Frauen auf Kreuzzügen. Gab es die? Diese ungewöhnliche Frage stellte sich Sabine Geldsetzer schon während ihres Studiums an der Ruhr-Universität Bochum. 2003 erschien ihr Buch und förderte erstaunliche Ergebnisse zutage. Es hätte der jungen Historikerin den Weg in die etablierte Historiker-Zunft ebnen können, wäre dann nicht alles anders gekommen…

Sabine Geldsetzer wechselte eher zufällig ins Wissenschaftsmanagement und koordinierte u.a. ein "Interdisziplinäres Studium Generale", an der "Frankfurt University of Applied Sciences". Dahinter verbirgt sich die ehemalige Fachhochschule, die Ingenieure, Architekten, Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler und Sozialarbeiter aus mehr als 100 Nationen und beiderlei Geschlechts ausbildet. Was macht eine Geisteswissenschaftlerin an einer solchen Institution?

Sabine Geldsetzer kümmert sich an der "Frankfurt UAS" um Anträge für die Lehre und koordiniert dort auch Anträge für den "Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre", den das Hessische Wissenschaftsministerium für herausragende und innovative Leistungen jährlich vergibt. Fragen, wie junge Leute heute studieren und lehren, unter welchen Bedingungen sie Exzellenz erreichen können, wenn sie nebenbei arbeiten müssen oder schon Familienväter und -mütter und damit nicht unbegrenzt verfügbar sind, und wie es nach dem Studium und der ersten "Stelle" überhaupt weitergeht, beschäftigen Sabine Geldsetzer bis heute. Sie hat ihren Weg als Quereinsteigerin gefunden; "Flächendeckend denken, den Horizont erweitern" – das ist ihr Rezept für den Erfolg.

Gastgeber: Andreas Bomba

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 17.12.2021, 12:05 Uhr.