Unerschrocken und fundiert, so argumentiert die Physikerin Viola Priesemann, wenn sie auf Presskonferenzen und in Talkrunden gefragt wird, mit welcher Dynamik wir in der Corona-Pandemie rechnen müssen. Dabei wollte Priesemann ihre Zeit eigentlich dem Blick ins Gehirn widmen, der Frage, wie die vielen Milliarden Nervenzellen miteinander kommunizieren, wie rasch sich Erregungsmuster ausbreiten, Informationen weitergegeben werden …

Viola Priesemann leitet am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen eine eigene Forschungsgruppe. Mit dieser Gruppe hat sie Anfang 2020, als es zu den schweren Covid19-Ausbrüchen in Italien kam, zunächst "sozusagen zum Spaß" die Ausbreitung von Corona modelliert. Heute gehen wichtige transdisziplinäre internationale Strategiepapiere mit auf diese Initiative zurück.

Viola Priesemann, die in Darmstadt studiert hat und in Frankfurt promoviert wurde, spricht im "hr2-Doppelkopf" darüber, was sie in diesen Pandemie-Zeiten umtreibt, woher sie ihre Energie und Gelassenheit nimmt, und warum sie eigentlich die Erregungsabläufe in unserem Gehirn modellieren will. Ein Grund dafür ist ein ganz praktischer: Vom Gehirn lernen könnte heißen, Energiesparen zu lernen und Künstliche Intelligenz sehr viel energieeffizienter zu machen.

Gastgeberin: Regina Oehler

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 24.01.2022, 12:05 Uhr.