Als die Barockmusik in den 1920er Jahren und dann nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Mode kam, gehörten die Cembali-Instrumente der Firma Neupert zur Grundausstattung. Wolf-Dieter Neupert betreibt in vierter Generation die "Manufaktur für historische Tasteninstrumente" J.C. Neupert mit Sitz in Bamberg.

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Das Cembalo ist das "Leitinstrument" der Barockmusik. Die gedrückte Taste setzt beim Cembalo eine Mechanik in Gang, die am anderen Ende eine Saite anreißt. Der Ton erklingt und verschwindet sofort wieder. Kein Wunder also, dass das Cembalo ins Hintertreffen geriet, als nach 1750 "empfindsamere" Töne, fließende Harmonien und elegante Melodien gefragt waren. Mit der Pariser Weltausstellung von 1889 schlug das Pendel jedoch wieder zurück. Und die Firma Neupert im Bamberg war von Anfang an mit von der Partie bei der Renaissance des Cembalos.

Vor allem Frauen liebten dieses Instrument, das so viel leichter zu spielen war als die schweren Konzertflügel. Auch Konzertsälen und Opernhäusern stellt die Bamberger Firma bis heute ihre Instrumente bereit. Jedoch: in den großen Sälen klingt das Cembalo zu schmal, zu leise. Was tun? Verstärken? Wie? Wo doch auf der anderen Seite die "historische Aufführungspraxis" auf detailgetreuen Nachbauten alter, in Museen aufbewahrter Cembali besteht? Wolf-Dieter Neupert erzählt heute im "hr2-Doppelkopf" aus der bewegten Geschichte eines außergewöhnlichen Musikinstruments im Lichte einer über 150 Jahre alten Manufaktur.

Gastgeber: Andreas Bomba

Musiktitel dieser Sendung:
- J.S. Bach: Chromatische Fantasie BWV 903 (Ausschnitt) / Natalia Solotych
- Bela Bartok: Konzert für Schlagzeug. Saiteninstrumente und Celesta, Satz 3 / hr-Sinfonieorchester, Andres Orozco-Estrada
- J.S. Bach: Präludium h-Moll BWV 893 (Ausschnitt) / Friedrich Gulda
- Dieterich Buxtehude: Präludium in g / Christian Brembeck

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 09.12.2020, 12:05 Uhr.

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