Dr. Arne Kapitza

Der Wettermann guckt ernst. Nur einmal lächelt er kurz. Beim Wort Flockdown. Ein Wort wie Neuschnee für mich. Es drückt aus, dass wir von der Vielzahl fallender Flocken geblockt sind, in einen zusätzlichen Lockdown gefallen sind; nur halb so schlimm, weil es ein niedliches Wort dafür gibt: Flockdown.

Viele Flocken fallen down und frieren die Erde ein. Als wäre das Flockenchaos ein natürliches Phänomen. Ist es natürlich nicht, auf einen strengen Winter sind wir doch gar nicht mehr eingestellt, die Meisen hatten doch schon Frühlingslieder geübt! Nein, ich glaube, hinter dem Gerede vom "Flockdown“ steckt etwas ganz anderes. Ein Manipulationsversuch!

Eine Erfindung der Schnee-Eliten, die uns weis(s) machen wollen: ist doch alles ganz locker flockig. Blanker Unsinn! Es gibt nämlich gar keine Flocken. Als Kind habe ich mir mal so ein Ding geschnappt. Die Flocke aus der Luft, das warme Fäustchen fest gedrückt, Hand wieder auf: weg! Keine Flocke. Und heute müssen selbst eiskalte Wissenschaftler zugeben: sie wissen auch nicht, ab wie vielen miteinander verhakten Eiskristallen man überhaupt von einer Flocke spricht.

Wenn es also keine Flocken gibt, kann es keinen Flockdown geben. Damit ist doch klar, was das Gerede vom Flockdown eigentlich bezwecken soll. Man will das Volk ruhigstellen, damit es gegen die eisige Gefahr nichts unternimmt. Man redet uns ein, wir bräuchten nicht traurig zu sein wegen des ausgefallenen Valentinstags, sondern wir sollten mal zu einem geschlossenen Blumenladen gehen und uns an den Eisblumen freuen, die an der Schaufensterscheibe wachsen.

Ja, die da oben haben gut reden! Als nächstes reden uns die Flockdown-Ideologen noch ein, wir bräuchten uns nicht zu ärgern über die nicht geworfenen Kamellen oder über ausgebliebenes Konfetti: guckt einfach in den Himmel, sagen sie, und freut Euch an den tanzend zu Boden sinkenden Schneeflöckchen, eben am Flockdown. Das ist doch zynisch. Gerade denen gegenüber, die möglicherweise nicht einmal genug Schnee für einen Schneemann haben!

Das Wort "Flockdown", es hat nicht verdient, länger in unseren Köpfen herumzugeistern. Deswegen erwähne ich dieses Wort gar nicht mehr. Brauche ich auch nicht, es wird bald geschmolzen sein wie Nicht-Flocke in der Sonne. Ist doch logisch. Oder?

Sendung:hr2-kultur, 11.2.2021, 16:30 Uhr

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