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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Enter the void" in der Kunsthalle Mainz: Anregende Leere

Installationsansicht: Forensic Architecture: Ape Law

"Enter the void" heißt die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle Mainz, was soviel heißt wie: Tritt ein in die Leere. Unser Kritiker ist der Aufforderung gefolgt.

Zunächst einmal ist das mit der Leere ganz buchstäblich: Der erste Raum, den man in der Ausstellung betritt, ist ganz schwarz ausgekleidet und so gut wie leer – bis auf ein paar Sitzgelegenheiten. Und dann gibt es auch Lautsprecher, aus denen man Stimmen hört. Deren Aussagen sind unklar und man kann sie nicht so recht einordnen. Was sind die? Und was wollen die sagen? Also das ist auch eine Leerstelle an Bedeutung.

Installationsansicht: Lawrence Abu Hamdan: Earwitness Inventory

Da kann man dann zuhören und sich orientieren. Das scheinen Stimmen zu sein, die etwas berichten. Und tatsächlich erfährt man, dass das eine Installation des in Jordanien geborenen Künstlers Lawrence Abu Hamdan ist, der sich mit dem Thema Stimmen in Isolation oder unter Haftbedingungen beschäftigt. Das ist eine sehr politische Arbeit, konkret bezogen auf ein syrisches Gefängnis. Er hat mit ehemaligen Insassen gesprochen, die davon berichten, dass sie dort mit verbundenen Augen saßen und nur flüstern durften. Und das wird hier simuliert.

Die Leere füllt sich mit Assoziationen

Ursula Biemann and Paulo Tavares: Forest Law

Durchaus ähnlich ist die nächste Halle, die von ihm gestaltet wurde. Da sind 95 Gegenstände auf dem Boden, in Regalen. Da kann man sich nun fragen, was machen die im politischen Kontext? Das reicht vom Boxhandschuhe über den Staubwedel bis zur Popcornmaschine – eigentlich völlig harmlos. Und dann läuft man da durch und fragt sich, wozu das in einem syrischen Foltergefängnis wohl benutzt wurde. Es sind dunkle Gedanken. Da füllt sich die Leere mit Assoziationen und Informationen.

Forensic Architecture

Und dann geht man durch die Räume, und da sind ganz unterschiedliche Themen. Häufig geht es um die Recherche in der Politik oder in der Wissenschaft und das wird mit Kunst verbunden. Es gibt Objekte, Videos, Karten etwa zum Thema Umweltzerstörung oder Klimawandel.

Fazit

Das ist schon eine informative Ausstellung. Aber man kann auch sehen, welche Rolle die Kunst mit ihren Stärken einnehmen kann, also Formbewusstsein oder Darstellungsfragen, wie die sich dann wieder in juristische oder auch politische Fragen überführen lassen. Also da werden Grenzen überschritten. Da wird mit unterschiedlichen Medien gearbeitet, sodass einiges im Kopf bleibt. Und das Ganze ist sehr anregend.

Weitere Informationen

"Enter the void"

bis 1. November 2020
Kunsthalle Mainz
Am Zollhafen 3–5
Mehr Informationen unter kunsthalle-mainz.de

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 15.7.20, 7:30 Uhr

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