Körperlich drinnen, aber geistig draußen saßen Millionen Menschen monatelang an den Fenstern ihrer Wohnungen, vor dem Fernseh-„Fenster zur Welt“ oder hielten durch virtuelle „Windows“ Kontakt zu anderen. Im Gegensatz zur Tür, durch die man immer nur ganz hinaus- oder eintreten kann, bietet das Fenster eine Teil-Teilnahme, ein Dabeisein ohne dabei zu sein.

Das Lebensgefühl zwischen beruhigendem Sicherheitsabstand und befürchteter Vereinsamung wird in der Bibel, in der Musik und in der Literatur mit der Metapher des Fensters beschrieben. Altgermanisch das „Windauge“, das böse Geister raus- und gute reinließ und in den größten Kathedralen Europas mit symbolträchtigen Fensterbildern von Aus-Blicken und Ein-Sichten erzählt.

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Zum Artikel Der Mensch am Fenster - Dabei sein, ohne ganz dabein zu sein

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Ein Beitrag von Andreas Malessa.

Sendung: hr2-kultur, Camino, 05.07.2020, 11:30 Uhr.

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