Als im Osmanischen Reich nach 1915 christliche Armenier verfolgt und ermordet wurden, flohen Hunderttausende in andere Länder, für rund Zehntausend endete die oft monatelange Flucht im armenischen Konvent in Jerusalem.

Jerusalems Altstadt besteht aus vier Stadtteilen: dem muslimischen, jüdischen, christlichen und dem armenischen Viertel. Bereits seit dem 4. Jahrhundert leben Armenier in Jerusalem, hauptsächlich waren es anfangs Kleriker und Laienfamilien im Dienste der Kirche.

Das änderte sich nach 1915, als im Osmanischen Reich christliche Armenier systematisch ermordet oder vertrieben wurden. Hunderttausende flohen in andere Länder, für rund Zehntausend endete die oft monatelange Flucht im armenischen Konvent in Jerusalem. Das Armenische Patriarchat öffnete den Flüchtlingen die Türen zum Konvent – seitdem leben sie rund um die Kathedrale St. Jakobus, teilen sich den engen Platz mit den orthodoxen Geistlichen.

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Hinter den Mauern des Konvents ist ein eigenes Dorf entstanden: mit Schule, Arztpraxis, kostenlosen Wohnungen. Auch wenn es strenge Regeln gibt, an die sich die Bewohner halten müssen: abends etwa schließt sich das Tor, wer nach zehn Uhr kommt, wird erst am Morgen wieder eingelassen. Auch wenn viele Nachfahren der Flüchtlinge mittlerweile in anderen Teilen Jerusalems leben, sind viele geblieben – sie schätzen das sichere und auch kostengünstige Leben im armenischen Konvent.

Ein Beitrag von Silke Fries.

Sendung: hr2-kultur, Camino, 12.07.2020, 11:30 Uhr.

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