Seit 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 450 000 Menschen wurden getötet. Inzwischen hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad fast sein ganzes Territorium wieder in Besitz genommen und ruft sein gespaltenes Volk zur nationalen Versöhnung auf. Wie soll unter ihm das neue Syrien aussehen und wer sind seine Partner?

Assad ist zwar Alevit, gibt sich aber als überzeugter Anhänger eines säkularen Systems. Um die unterschiedlichen Religionsgruppen und Ethnien in Syrien zur Gemeinsamkeit zu bewegen, soll ihm die langjährige Oppositionspartei SSNP (Syrian Socialist National Party) und ihre Weltanschauung helfen. Sie setzt auf die Idee eines "Großsyriens", ist im deutschen Nationalsozialismus verwurzelt und kooperiert bestens mit der vom Iran unterstützten schiitischen Hisbollah.

Ein Kämpfer gegen das Assad-Regime schaut auf Damaskus (Archivbild)

Aus dieser Art "Versöhnung" könnte sich eine neue Ideologie entwickeln, ein interreligiöser "Orientfaschismus", der dem sunnitischen Dschihadismus in der Region die Anhänger abjagt. Die Anzeichen verstärken sich, dass Assad dies versucht, tatkräftig unterstützt von Russland und dem Iran. Doch auch in Deutschland mehren sich die Stimmen, die Assad trotz Chaos, Terror und Bürgerkrieg als kleineres Übel bezeichnen. Sie empfehlen, an einem Neubeginn unter Assads Ägide mitzuwirken.

WDR 2020

Sendung: hr2-kultur, Feature, 01.03.2020, 18:04 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit