Als ursprüngliche Ausdrucksform des Menschen ist der Tanz zugleich die universellste aller Künste. Jeder kennt und liebt bestimmte Tanzformen; ebenso jede Nation und jede Epoche. Besondere Anlässe werden von Tänzen begleitet. "Tanzen verherrlicht den festlichen Tag", schreibt Goethe in einem "Wechsellied zum Tanze". Anmutig und graziös heben sich die Tänzer gleichsam von der irdischen Schwere ab und wiegen sich dem Himmel entgegen, in einem respektvollen Miteinander.

"Siehe, wie schwebenden Schritts im Wellenschwung sich die Paare drehen, den Boden berührt kaum der geflügelte Fuß", so beginnt Schillers Elegie über den Tanz. Ludwig Thoma hält dagegen: "Wenn wir sein Wesen recht erkennen, wird man das Tanzen Arbeit nennen". Günter Grass vollführt 'letzte Tänze': "Komm, tanz mit mir, solange ich noch bei Puste und von den Sohlen aufwärts existiere". Spielerisch überwindet der Rhythmus Zeit und Raum.

Im Tanz, ob als rituelle Zeremonie oder als Gesellschaftstanz, dachte man sich vormals die Bewegung der Planeten, die Harmonie des Kosmos gespiegelt, und auch die Götter tanzten. Vor Gott wurde und wird getanzt, als Lobpreis oder Gebet. Stets ist der Tanz ein großes Ja zum Leben.

hr2-kultur 2020

Sendung: hr2-kultur, Feature, 01.06.2020, 18:04 Uhr.

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