Karl-Heinz Pantke war Ende 30, hatte gerade in Physik promoviert und wollte mit Christine eine Familie gründen. Dann traf ihn der Schlag, schaltete das Kleinhirn aus und lähmte jeden Muskel seines Körpers. Pantke fiel in einen Zustand, den Mediziner Locked-in-Syndrom nennen: totale Lähmung bei vollem Bewusstsein. Künstliche Beatmung, künstliche Ernährung, kaum Kommunikation für den Rest seines Lebens.

Karl-Heinz Pantke

Der Autor lernte Karl-Heinz Pantke kennen, als er aus diesem Koma erwacht war. Ein äußerst seltener Fall in der Medizin.
Pantke hat einen Verein ins Leben gerufen, der sich für Patienten mit Locked-in-Syndrom einsetzt.
Was ihm sehr am Herzen liegt: Der äußerst skeptische Umgang mit Patientenverfügungen. Nicht nur, dass sich viele Leute nicht im Klaren darüber seien, dass sie in dem Fall, wenn die Maschinen abgestellt werden, jämmerlich verhungern, verdursten und ersticken. Sie unterschätzten ihr Gehirn, das sich dem Zustand des Körpers anpassen könne.

mdr 2021

Sendung: hr2-kultur, "Feature", 10.10.2021, 18:04 Uhr.