Bio-Lebensmittel gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt. Allein im letzten Jahr stieg der Umsatz der Branche um 23 Prozent. Laut der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie soll der Anteil von Bio-Produkten in den nächsten 10 Jahren um das 6-fache steigen. Doch sind die meist teureren Lebensmittel tatsächlich besser? Kann, wer Bio kauft, dem grünen Siegel der EU oder den Logos der noch anspruchsvolleren Verbände wie Naturland, Bioland oder Demeter vertrauen?

Ökologische Landwirte, die zum Wohle der Umwelt unter anderem auf viel Chemie verzichten, werden in der Regel wesentlich strenger kontrolliert als ihre konventionell arbeitenden Kollegen. Reicht das aus? Der Autor begleitet eine Kontrolleurin bei Ihrer Arbeit und kauft bio-zertifizierte Tomaten, Eier und Gurken, um danach deren Erzeuger in der Lüneburger Heide, der Mecklenburgische Seenplatte und Spanien zu besuchen. Der Bauer der köstlichen Tomaten würde den kleinen, vierhundert Jahre alten Familienbetrieb wegen der vielen Auflagen und Überprüfungen lieber heute als morgen aufgeben. Der Legebetrieb mit seinen 3000 Hennen pro Stall öffnet seine Türen nur zögerlich. Und die Laboruntersuchung der Gurke liefert noch vor der Abreise nach Andalusien ein Ergebnis, das misstrauisch macht. Auf der Suche nach möglichem Betrug trifft der Autor auf eine Branche in Angst vor einem Skandal.

NDR 2021

Sendung: hr2-kultur, "Feature", 28.11.2021, 18:04 Uhr.