Wem gehören die Felder und Wiesen in Deutschland? Immer mehr Ackerflächen werden von Investoren aufgekauft, darunter Fondsgesellschaften, Möbelkonzerne und Reedereien.

Seit der Finanzkrise 2007 und durch die Niedrigzinspolitik sind Grund und Boden eine attraktive Wertanlage und damit zu einem lukrativen Spekulationsobjekt geworden. Die Folge: Die Bodenpreise steigen und viele Bauern können als Pächter oder Käufer nicht mehr zahlen. Gab es im Jahr 2000 noch fast 460.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, so waren es 2020 nur noch rund 260.000. Inzwischen sprechen Landwirtschaftspolitiker von einem "dramatischen Höfesterben“ und vom "Ausbluten der ländlichen Räume“.

"Wachse oder weiche, das will ich ändern“, sagt der grüne Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. Im Koalitionsvertrag der Bunderegierung steht: "Unser Ziel ist eine nachhaltige, zukunftsfähige Landwirtschaft, in der die Bäuerinnen und Bauern ökonomisch tragfähig wirtschaften können und die Umwelt, Tieren und Klima gerecht wird. Wir stärken regionale Wertschöpfungsketten und tragen zum Erhalt ländlicher Strukturen bei.“

Aber wie soll das gehen, angesichts der Bodenpreisentwicklung? 

mdr 2022

Sendung: hr2-kultur, "Feature", 08.05.2022, 18:04 Uhr.