Nicht-heterosexuelle Menschen in Polen erfahren Hass, Ausgrenzung und Gewalt. Die rechte Regierung führt einen Kulturkampf. Die traditionelle Familie soll gegen eine sogenannte "LGBT-Ideologie" verteidigt werden. Wie konnte es so weit kommen?

Der Krakauer Erzbischof spricht von einer "Regenbogen-Seuche". Präsident Andrzej Duda nennt die Förderung von Rechten Schwuler, Lesben, Bisexueller und Transgender eine "Ideologie", die destruktiver als der Kommunismus sei. Mit dieser Rhetorik gewinnt er die Wahlen 2020.

Im Namen der Wahrung der christlichen Traditionen und eines konservativen Familienbildes, richten über 100 Kommunen sogenannte "LGBT-freie Zonen" ein. Damit werden queere Menschen gesellschaftlich und institutionell diskriminiert und ihrer Freiheitsrechte beraubt. Die homo- und transfeindliche Rhetorik hat in Polen längst die Grenzen des Sagbaren überschritten und treibt Menschen ins Exil. Doch die Politik der Intoleranz und Ausgrenzung spaltet das Land nicht nur. Sie erfährt momentan auch starken Gegenwind von Aktivistinnen und Aktivisten und der Opposition. Was aber unternimmt die Europäische Union?

 WDR | DLF 2021

Sendung: hr2-kultur, "Feature", 24.04.2022, 18:04 Uhr.