Verlust und verschwindende Welten, Kriege und Krisen waren zentrale Themen des deutschen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers W.G. Sebald.

Winfried Georg Sebald, 1944 im Allgäu geboren, lehnte seine Vornamen als Nazi-Namen ab und ließ sich lieber Max nennen. 1966 wanderte er nach England aus, wo er später an der Universität von East Anglia lehrte, bis er am 14. Dezember 2001, vor 20 Jahren, im Alter von 57 Jahren bei einem Autounfall starb.

Sebald, der sich erst Ende der 80er-Jahre als Lyriker und Erzähler hervortat und seine Bücher mit eigenen und gefundenen Fotos illustrieren ließ, war für den Literaturnobelpreis nominiert. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller des späten 20. Jahrhunderts. „Es ist tatsächlich so, dass man trotz aller Katastrophen annehmen muss, dass hinter der nächsten Ecke irgendwelche Wunder sind, mit denen wir nicht gerechnet haben. Deshalb meine ich, dass die Haltung eines Apokalyptikers die verkehrte ist“, sagte Sebald.

Elke Heinemann hat sich im krisenreichen Brexit-Britain an seine Spuren geheftet. In ihren Briefen an den Verstorbenen zitiert sie aus Gesprächen mit Sebalds Freunden und Weggefährten. Historische Tonaufnahmen des Autors runden dieses radiophone Memorial akustisch ab.

WDR/Deutschlandfunk/SR 2020

Sendung: hr2-kultur, "Feature", 12.12..2021, 18:04 Uhr.