"Dr. Zee" zeichnet eine Molekülstruktur und erklärt, wie er unerforschte psycho-aktive Verbindungen identifiziert, entsprechende Proben in einem indischen Labor bestellt und diese schließlich selbst ausprobiert. Regelmäßig landet "Dr. Zee", der unter Pseudonym tätig ist, neue Treffer: wirkungsstarke Drogen, gegen die es noch kein Gesetz gibt. Der britische "Guardian" nennt den in Kanada lebenden und in Amsterdam tätigen Israeli "Godfather of Legal Highs". Er bewegt sich in einer legalen Grauzone. 

"Legal Highs" können Räuchermischungen, Badesalze und sogenannte "Research Chemicals" sein, die vom Betäubungsmittelgesetz nicht oder nur unzureichend erfasst werden. Auch das 2016 verabschiedete Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz hat daran kaum etwas geändert, räumt selbst Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht ein.

Erkennt und verbietet der Gesetzgeber berauschende Substanzen, sind in kürzester Zeit eben andere, noch nicht bekannte Verbindungen auf dem Markt. Bei den immer wieder neuen Substanzen fehlen Erfahrungswerte zu Dosierungen und Wechselwirkungen. Einzelne Stoffe sind so hoch konzentriert, dass allein schon der Hautkontakt mit kaum sichtbaren Mengen lebensgefährlich ist. Konsument*innen gehen ein hohes Risiko ein.

NDR 2020

Sendung: hr2-kultur, "Feature", 29.11.2020, 18:04 Uhr.

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