Jedes Jahr, am Dienstag nach Pfingsten, kann man in Echternach in Luxemburg eine ganz besondere religiöse Veranstaltung erleben: Die Echternacher Springprozession. Dabei springen die Teilnehmer zu Polka-Rhythmen in Reihen durch die Straßen der Stadt bis zum Grab des Heiligen Willibrod. Nur ein Klischee ist allerdings, dass dabei immer zwei Schritte vor, einer zurück gesprungen wird. Die Springweise ist durchaus unterschiedlich.

2010 hat die UNESCO die Echternacher Prozession auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit gesetzt. Aber wie ist dieser merkwürdige Tanz entstanden? War eine Veitstanzepidemie im 8. Jahrhundert die Ursache, der Tanz also ein Ritual der Dämonenvertreibung? Oder geht der merkwürdige Sprungtanz auf die Pest zurück? Autor Peter-Michael Schenkel geht dieser Frage nach und beleuchtet dabei auch den historischen Stellenwert des Tanzes im Zusammenhang von Konflikten mit dem Klerus und der Kirche im 14. Jahrhundert.

hr 1989

Sendung: hr2-kultur, Feature, 31.05.2020, 18:04 Uhr.

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