Edvard Munch: "Der Schrei"

Die Künstlerhilfe Frankfurt e.V. versucht in dieser schwierigen Zeit, Künstlerinnen und Künstlern aus der Region zu helfen. Diese können Aufwendungen, die wegen der Corona-Krise verloren sind, erstattet erhalten. Und für neue Projekte gibt es Arbeitsstipendien für bis zu drei Monate Dauer.

Bevor wir zu den Bonbons kommen, die Sie jetzt verteilen: Was machen Sie sonst?

Wir unterstützen junge Künstlerinnen und Künstler beim Start in die Unabhängigkeit. Der Verein hat bisher über 350 in der Region wirkende Künstlerinnen und Künstler gefördert. Einige von ihnen sind heute international bekannt. Die meisten Künstlerinnen und Künstler sind mit der Künstlerhilfe in engem Kontakt geblieben. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft die bildende Kunst in der Region lebendig zu halten. Unserer Meinung nach ist Kunst nicht Sache einer privilegierten Schicht, sondern auf allen Ebenen der Gesellschaft zu Hause.

Gestern haben Sie eine Pressemitteilung herumgeschickt, dass Sie konkret in der Corona-Krise helfen. Was haben Sie vor?

Natürlich hat die Corona-Krise die Künstlerinnen und Künstler arg erwischt. Wir haben vor, mit zwei Programmen zu helfen. Das eine ist eine schnelle, unbürokratische Soforthilfe zum Ausgleich von Kosten, die die Künstlerinnen und Künstler im Hinblick auf Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte getätigt haben, also sogenannte "nutzlose Aufwendungen". Wenn Sie daran denken, dass Ausstellungen, Veranstaltungen und ähnliches eine lange Vorbereitungszeit haben, ist damit vielleicht schon im Jahre 2019 begonnen worden bis 2020. Und dann kam plötzlich die Absage. Das ist das, was wir zunächst spontan tun wollen, um hier den Künstlerinnen und Künstlern unter die Arme zu greifen.

Besonders wichtig ist, sich auf die Zeit nach der Pandemie vorzubereiten. Da geht es darum, Arbeitsstipendien zu vergeben, um eben dann, wenn wieder ein einigermaßen normales Leben möglich ist, dass man dann wieder voll in das Geschehen einsteigen kann.

Ich entnehme Ihrer Pressemitteilung, Sie wollen 500 Euro für diese "nutzlosen Aufwendungen" und dreimal 500 Euro für Arbeitsstipendien vergeben. Aber ich kenne zum Beispiel eine Künstlerin, die hat in Offenbach in einer Galerie sehr große Fotos machen lassen für eine Ausstellung. Da geht jetzt keiner hin, und die Frau sitzt jetzt auf 10.000 Euro Rechnungen.

Weitere Informationen

Künstlerhilfe Frankfurt e.V.

www.kuenstlerhilfe-frankfurt.de

Ende der weiteren Informationen

Das ist natürlich eine Frage der Mittel, die man hat. Wir haben jetzt gerade einen großen Spendenaufruf heute gestartet. Auch auf unserer Internetseite ist das zu lesen. Und wir hoffen natürlich hier möglichst hohe Einnahmen zu haben. Wir wollen natürlich möglichst vielen helfen. Natürlich sind 500 Euro und dreimal 500 Euro für das Arbeitsstipendium nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es geht darum, doch irgendwie das tägliche Leben zu erleichtern.

Alf Haubitz führte das Gespräch mit Harald Meyer, dem Vorsitzenden der Künstlerhilfe Frankfurt e.V.
Das Bild zeigt Edvard Munchs "Der Schrei" aus dem Munch-Museum Oslo.

Besondere Hilfen für Künstler und Kreative

Für Menschen in der Kreativwirtschaft gibt es beispielsweise Erleichterungen in der Künstlersozialkasse und bei den Verwertungsgesellschaften. Auf den Seiten der Bundesregierung gibt es eine Übersicht der infrage kommenden Hilfen.

Das Kulturamt Frankfurt will Frankfurter KünstlerInnen in besonderen Härte- und Notsituationen unbürokratisch helfen. Dieses PDF informiert über die Beantragung der Hilfe.

Der Co-Working-Space Heimathafen Wiesbaden trägt in einem Google-Dokument aktuell die indivuellen Erfahrungen von Kreativen in Hessen zusammen.

Die hessische Filmförderung listet ihre Unterstützungsmöglichkeiten für abgesagte Festivals und Veranstaltungen auf. Hier als PDF zum Download.

Sendung: hr2-kultur, Kulturcafé, 08.04.2020, 16:45 Uhr

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