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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found goEast-Festival online: "Wie bei einem Kinobesuch"

Filmstill aus  „Western“ von Valeska Grisebach

Festivals können zurzeit nicht stattfinden. Doch das Filmfestival goEast hat jetzt für sich eine Lösung gefunden, die zum Teil über das Internet läuft. Funktioniert das?

Es gibt eine sogenannte Hybrid-Lösung mit Online-Angeboten und Liveevents zu einem späteren Termin. Das ist den Veranstaltern ganz wichtig. Kino zu Hause, auf kleinen PCs, möglichst noch umsonst und unbegrenzt verfügbar soll es nicht geben. Es gibt eine Mediathek für’s Fachpublikum und ein Video-on-Demand-Angebot für die breite Öffentlichkeit.

Das ist zwar nur ein Bruchteil der geplanten 107 Filme aus 40 Ländern, aber: das Kinofeeling soll zu mehr als einem Bruchteil erhalten bleiben. Das heißt jeden Tag ab 14 Uhr sollen ein paar Filme angeboten werden. Die kann man dann für 6,50 Euro streamen. Aber: Man muss sich den Termin schon vornehmen.

Das Streamen ist sehr unkompliziert

Das ist wie bei einem Kinobesuch. Denn der Stream bleibt nur 24 Stunden gültig und man muss sich rechtzeitig in die Kinoschlange stellen. Denn nach 400 Anmeldungen ist Schluss. Ein Kino wird schließlich auch mal voll. Und mehr Filme, die Wettbewerbsfilme sollen später im Jahr hoffentlich dann im November wieder auf öffentlich, großen Kinoleinwänden gezeigt werden. Voraussichtlich im Rahmen von Exground, ein anderes Wiesbadener Filmfestival, das dann hoffentlich stattfinden wird. Das mit dem Streamen ist sehr unkompliziert. Auf der Seite wird es auch nochmal ausführlich erklärt. Man muss sich bei der Plattform Vimeo anmelden, das kostet nichts. Aber darüber zahlt man dann auch später die 6,50 Euro pro Film.

Im Angebot sind zurzeit Andrey Tarkovsky "A Cinema Prayer" – Juniors biographischer Filmessay über seinen Vater. Nach 30 Jahren nach seinem Tod wagt sich der Sohn an Archiv und Tonaufnahmen und an das Erbe seines Vaters. "Prayer" ist ein stiller, intensiver, philosophischer Film, in dem es um nicht weniger geht als Kunst, Familie und Freiheit. Und das alles geht unter die Haut.

Tief im Westen das Kino aus Mittel- und Osteuropa

Oder "Western" von Valeska Grisebach. Da geht es um ein paar deutsche Bauarbeiter, die auf dem bulgarischen Land ein Wasserkraftwerk bauen. Zur Bevölkerung halten sie Distanz, bis auf einen, der sich vorsichtig annähert. Die Regisseurin benutzt viele Westernmotive und nähert sich Männlichkeitskonzepten und Lebensrealitäten und einem ganz anderen Europa auf eine sehr intime und liebevolle Art. Das ist ein sehr feiner Film.

Oder "Jesus shows you the way to the highway". Ein Film aus Spanien, Estland, Äthiopien, Lettland, Rumänien und dem Vereinigten Königreich. Also da kam viel zusammen. Und es ist eine schräge Mischung aus Thriller, Exploitation, Kung-Fu, Retro-Science-Fiction, absurder Komik und das alles in einer sehr mutigen B-Movie-Ästhetik.

Allein die drei sind schon Entdeckungen. Das GoEast-Festival zeigt seit zwei Jahrzehnten Filme aus Mittel- und Osteuropa. Das sind Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme die sich über diese sieben Tage verteilen. Man will tief im Westen das Kino aus Mittel- und Osteuropa darstellen. Filme, die auf anderen Festivals immer unterrepräsentiert sind von Arthouse bis zum Mainstream.

Weitere Informationen

goEast-Festival 5. - 11. Mai 2020

Das Programm und die Filme finden Sie unter www.filmfestival-goeast.de

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 7.5.2020, 7:30 Uhr

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