HBBL Juni 2021

Zehn Jahre brauchte Matthias Jügler, um literarisch umzusetzen, was ihn, als er es erfuhr, überhaupt erst zum Schreiben gebracht hat. Es geht um die Einschüchterung von Oppositionellen in der DDR bis hin zur Ermordung ihrer Angehörigen, als Herzinfarkt getarnt. Viele Betroffene trieb das auch nach 1989 noch in den Suizid. Allein, wie Jügler den Abend schildert, an dem sein Protagonist als Sechsjähriger vom schweigenden, später selbst wortlos in den Tod gehenden Vater, den "Herzinfarkt" der Mutter mehr erspürt als erfährt, ist hohe Sprachkunst. Kaleidoskopartig entwickelt sich die Geschichte. Florian Lukas bringt sie aufwandlos einfühlsam zu Gehör.

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