Der Unteroffizier Beckmann kehrt aus Sibirien zurück und stürzt sich in die Elbe, weil er seine Frau mit einem anderen antrifft. Die Elbe möchte ihn nicht haben. Sie wirft ihn bei Blankenese an Land. Ein Fremder, der "Andere", tritt zu ihn und treibt ihn an, sein Leben wieder aufzunehmen.

Aufnahme findet Beckmann bei einer Frau, deren Mann vermisst ist. Nachdem der Vermisste, der "Einbeinige", zurückkehrt, muss Beckmann wieder gehen.

Es folgen weitere Begegnungen: mit einem Oberst, dereinen unsinnigen Befehl gegeben hat und den Tod von elf Kameraden zu verantworten hat. Ihn möchte er zur Verantwortung ziehen. Der aber verhöhnt ihn nur. Dann folgt der Kabarettdirektor, dem Beckmann seine Erlebnisse vergeblich anbietet. Die gleichgültige Frau Kramer schließlich erzählt ihm, dass sich seine Eltern das Leben genommen haben, weil sie aktive Nazis waren und nun mit ihrer Schuld konfrontiert wurden.

Wolfgang Borchert

Beckmann erscheint im Traum der schwache, hilflose Gott und der Tod, ein Straßenfeger, den er bittet, ihm eine Tür offen zuhalten. Noch einmal tauchen die Figuren des Stücks auf: der Oberst, der Direktor, Frau Kramer und seine Frau mit ihrem Freund. Als der "Einbeinige" ihn zur Rechenschaft zieht, weil auch er in die Elbe gesprungen ist, erkennt Beckmann, dass er selbst zum Mörder geworden ist.

Mit Ernst Schnabel, Hans Quest, Margarete Militzer, Herbert Steinmetz, Wolf Beneckendorff, Else Theel, Wiltrud Krautz, Horst Klausnitzer, Kurt Meister u. v. a.

Musik: Werner Heantjes

Regie: Ludwig Cremer

NWDR 1947

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Wolfgang Borchert (1921 – 1947)

hinterließ ein schmales Werk von Kurzgeschichten, Gedichten und das Theaterstück "Draußen vor der Tür". Bereits zu Lebzeiten war Borchert durch die Radioausstrahlung seines Heimkehrerdramas im Januar 1947 bekannt geworden, doch sein Publikumserfolg setzte vor allem posthum ein, beginnend mit der Theateruraufführung von "Draußen vor der Tür" am 21. November 1947, einen Tag nach seinem Tod. Borchert wurde 1941 zum Kriegsdienst eingezogen und musste am Angriff auf die Sowjetunion teilnehmen. Mehrfach wurde er wegen Kritik am Regime des Nationalsozialismus und sogenannter Wehrkraftzersetzung verurteilt und inhaftiert. Kurzgeschichten wie "Das Brot", "An diesem Dienstag" oder "Nachts schlafen die Ratten doch" sind bis heute Schullektüre.

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 10.05.2020, 14:04 Uhr.

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