Macht- und Geduldspiele, Eifersuchtsszenen, Schmeicheleien und Herabsetzungen, Willkommensgruß und Abschiedsbrief, alle Gefühle werden mobilisiert, um eine eigentlich normale Beziehung aufrecht zu erhalten: die Beziehung eines Autors zu seinem Verleger. Wenn der Autor jedoch Thomas Bernhard ist und der Verleger Siegfried Unseld, dann wird daraus ein Stück dramatische Literatur und literarische Camouflage.

Siegfried Unseld

Es geht nicht zuletzt um Geld, Anerkennung und die Unabhängigkeit des Geistes auf einer geschäftlichen Grundlage. Die Dramaturgie des Briefwechsels zwischen Siegfried Unseld (1924-2002) und Thomas Bernhard (1931-1989) folgt einer Struktur, als hätte Bernhard eigens für ein Hörspiel die Texte geschrieben, mit sich selbst als Regisseur und in der Hauptrolle – und einem Nebendarsteller, der, wie in Bernhards Dramen, vielleicht doch alle Fäden in der Hand hat, zumindest in der Hand zu haben glaubt. Ausgangspunkt ist das Material einer mehrstündigen Aufnahme der Briefe für hr2-kultur. Um Texte aus der Bernhard-Chronik erweitert, wurde für diese Fassung das Material neu montiert und dialogisch zugespitzt.

Mit Peter Simonischek als Thomas Bernhard und Gert Voss als Siegfried Unseld.

Funkeinrichtung: Ruthard Stäblein

Regie: Götz Fritsch

hr 2010

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Thomas Bernhard (1931-1989)

österreichischer Schriftsteller, zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Siegfried Unseld (1924–2002)

leitete von 1959 bis zu seinem Tod 2002 den Suhrkamp Verlag.  

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Sendung: hr2-kultur, "Hörspiel", 14.02.2021, 22:00 Uhr.

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