Der Schauplatz des Hörspiels aus dem Jahr 1954 ist ein Waldstück im einsam gelegenen Grenzgebiet der Schnee-Eifel, im Niemandsland des zusammengebrochenen Westwalls, der sogenannte "Schwarze Mann". Dort lebt 1945 ein Soldat des Zweiten Weltkrieges als Schmuggler.

Er haust zwischen unbestatteten, vergessenen Toten und den Bewohnern eines Dorfes, die "noch einmal davongekommen" sind. Aber welche leben wirklich? Können die Toten den Lebenden vergeben? Werden die Lebenden die Toten in sich aufnehmen? Und wo ist die Grenze, die Vergangenes von der Gegenwart scheidet? Fragen, auf die es bis heute keine Antwort gibt.

Alfred Andersch

Andersch war wesentlich an der Entwicklung einer damals neuen radiospezifischen Form, dem Feature, beteiligt. Auch im Hörspiel versuchte er neue, eigene Möglichkeiten zu erschließen, die gegen die Bevormundung durch andere literarische Gattungen antraten. Hier z.B. entwickelt er aus verschiedenen räumlichen und zeitlichen Perspektiven eine gespenstische und surreale Szenerie, vor der die Absurdität und unmenschliche Grausamkeit des Krieges offenbar wird.

Mit Heinz Sailer, Helga Feddersen, Gerd Brüdern, Wolfgang Wahl und Günther Hadank.

Musik: Johannes Aschenbrenner

Regie: Fritz Schröder-Jahn

hr/NWDR 1954

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Alfred Andersch (1914–1980), Mitbegründer der Zeitschrift "Der Ruf" und der Gruppe 47, war von 1948-1958 Rundfunkredakteur, dann freier Schriftsteller in Berzona/Tessin. Umfangreiches Romanwerk, außerdem 15 Hörspiele. Alfred Andersch zählt zu den zeitkritischen Autoren der Nachkriegsliteratur. In seinen Romanen, Erzählungen, Hörspielen und wenigen Gedichten ist das zentrale Thema die Willensfreiheit des Einzelnen.

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 23.02.2020, 14:04 Uhr.

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