Die Wirkung von Harold Pinters Hörspiel "Eine Nacht außer Haus" aus dem Jahr 1959 beruht auf den scheinbar einfachen Dialogen, die Unausgesprochenes anklingen lassen und deren Mehrdeutigkeit sich erst nach und nach erschließt. Im Mittelpunkt des Stücks steht ein junger Mann, der in völliger psychischer Abhängigkeit von seiner Mutter lebt.

Albert ist Angestellter einer Versicherungsfirma. Seine Mutter will ihn kaum aus dem Haus lassen, für sie ist er der kleine Junge und Ersatz für den verstorbenen Ehemann zugleich. Die Kollegen nehmen ihn nicht für voll und hänseln ihn.

Als er bei einer Betriebsfeier eines Übergriffs auf eine junge Kollegin beschuldigt wird, eskaliert die Situation. Pinters dramatischer Stil ließe sich als symbolischer Realismus charakterisieren. In knappen, prägnanten Situationen stellt er die Gefühlswelt und das Alltagserleben seiner Figuren dar. Aber diese Situationen haben für die Personen bestimmte symbolische Bedeutungen, die sich, ineinandergreifend, zur dramatischen Fabel fügen.

Mit Günther Schramm, Tilly Breidenbach, Rolf Becker u.a.

Aus dem Englischen von Willy H. Thiem

Hörspielbearbeitung: Willy H. Thiem

Regie: Fränze Roloff

hr 1960

Harold Pinter
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Harold Pinter (1930–2008)

war ein britischer Theater-, Drehbuch- Hörspielautor und Regisseur, der in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zu den "Angry Young Men", den "Zornigen jungen Männern" zählt, so genannt nach John Osbornes Theaterstück von 1957 "Blick zurück im Zorn". In den 1980er Jahren begann er sich politisch zu engagieren und trat gegen Krieg und Menschenrechtsverletzungen ein. Berühmt ist seine Rede, die er anlässlich der Nobelpreisverleihung 2005 hielt, in der er heftige Vorwürfe gegen die amerikanische und die britische Regierung erhob.

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Nach der Sendung finden Sie das Hörspiel in der ARD-Audiothek und hier im Podcast-Channel "Hörspiele".

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Sendung: hr2-kultur, "Hörspiel", 11.10.2020, 22:00 Uhr.

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