Praterveilchen ist die fiktive Geschichte der Entstehung eines Films. Ein illustres und prall gezeichnetes Figurenpersonal agiert vor dem am Horizont bereits aufkommenden Nationalsozialismus.

Der Film "Praterveilchen" und ist keineswegs so bedeutend, dass seinem Werden eine besondere Wichtigkeit zukäme. Ungewöhnlich sind freilich die Begleitumstände: Die Aufnahmen beginnen nämlich im Österreich des Jahres 1934. Langsam senken sich die Schatten des politischen Umschwungs über das eigentlich recht harmlose Unternehmen; der berühmte Regisseur vermag sich kaum noch auf die Arbeit zu konzentrieren, und es bedarf aller Kraft, den geplanten Film zu Ende zu bringen.

Christopher Isherwood, nach dessen gleichnamigen Roman das Hörspiel entstand, hat den Regisseur, der im Mittelpunkt des Geschehens steht, mit großer Kunst gezeichnet; hinter dem Gekräuselt heiter-eleganter Dialoge wird ein erschütterndes Porträt sichtbar.

Mit Gunnar Möller, Otti Schütz, Peter Fricke, Fritz Eckardt, Fritz Rémond, Irene Marhold u.v.a.

Aus dem Englischen von Helmut Huber

Hörspielbearbeitung: Eric Ewens

Musik: Peter Thomas

hr 1959

W. H. Auden und Christopher Isherwood 1938
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Christopher Isherwood (1904–1986) wurde als Sohn eines Offiziers im englischen Cheshire geboren. Er studierte in Cambridge Geschichtswissenschaft, wurde jedoch dort bald exmatrikuliert. Auch das anschließende Medizinstudium am King’s College in London brach er bald wieder ab. 1929 folgte er seinem Freund W. H. Auden nach Berlin. Beide waren fasziniert von der Atmosphäre, dem Tempo und der Schwulenszene der Stadt. Sein Roman "Leb wohl, Berlin" aus dem Jahr 1939 begründete in England seinen Ruf als literarisches Wunderkind und prägte im angelsächsischen Sprachraum das Berlinbild der frühen 1930er Jahre. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 verließ Isherwood Berlin, um nach mehreren Stationen in Europa und Asien 1939 in die USA auszuwandern, wo er fortan lebte. Der Roman "Praterveilchen" erschien 1945.

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Sendung: hr2-kultur, 13.10.2019, 14:04 Uhr

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