Sowohl Élise als auch ihr Bruder Cléante möchten heiraten, doch dem steht der Geiz ihres Vaters Harpagon im Weg: Für den habgierigen Familientyrannen ist die Ehe ein Finanzgeschäft. Den Geschwistern gelingt es schließlich mit viel List ihre jeweilige Liebesheirat trotzdem zu verwirklichen – sehr zum Ärger Harpagons, der als einsamer, verbitterter Außenseiter endet.

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Das Hörspiel ist nach der Sendung bis 15.01.2023 auf hr2.de und ARD-Audiothek zu finden.

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Im Frankreich Ludwigs XIV. war Kleinkrämerei beim Adel verpönt. Das überwiegend höfische Publikum amüsierte sich darüber, dass in Molières Charakterkomödie Der Geizige bürgerliche Habgier verspottet wird, und dass am Ende die Liebe gegenüber pekuniären Erwägungen den Sieg davonträgt.

Geschickt hält Molière seinem Publikum den Spiegel vor, was vielleicht auch heute noch so manchem Schnäppchenjäger zu denken geben könnte.

Der Geizige, eines der meistgespielten Stücke Molières, ist eine in Prosa verfasste Komödie in fünf Akten. Auffallend ist die raffinierte Komposition des Stücks, in dem alle Personen auf die Hauptfigur Harpagon ausgerichtet sind. Der Geizige steht deutlich unter dem Einfluss der Commedia dell’Arte; wie in der italienischen Commedia spielen auch hier Gestik, Mimik und Pantomime eine bedeutende Rolle. Die Komik beruht auf Verwechslungen sowie Andeutungen und Doppeldeutigkeiten in den Dialogen, die zu amüsanten Missverständnissen führen.

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Jean-Baptiste Poquelin alias Molière

(1622–1673). Dem Schauspieler und späteren Autor gelang es, die Komödie gesellschaftsfähig zu machen, und er gilt als  d e r Wegbereiter der Comédie-Française. Der älteste Sohn eines wohlhabenden Pariser Textilhändlers verzichtet 1643 auf das Amt des »Tapissiers du Roi« zugunsten eines Lebens als Schauspieler. Bald wird er Direktor einer Theatertruppe, ab 1655 nimmt er auch eigene Werke ins Repertoire. Erste Erfolge erzielt Molière u.a. mit »Die lächerlichen feinen Damen« und »Die Schule der Frauen«. Schließlich setzt ihm der König eine Pension von jährlich 1000 Livres aus und lässt Molière am Hof und im Palais Royal seine Stücke aufführen. 1664 wird »Tartuffe« uraufgeführt , das für einen beträchtlichen Skandal sorgt und mit einem fünfjährigen Aufführungsverbot belegt wird. In »Der eingebildete Kranke« spielt Molière seine letzte Rolle: Am 17. Februar 1673 bricht er während der vierten Aufführung zusammen und stirbt wenig später

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Hörspielbearbeitung & Regie: Ulrich Lauterbach
Komposition: Winfried Zillig
SR/hr/ORF 1962 | 85 Min.

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Sendung: hr2-kultur, "Hörspiel", 16.01.2022, 22:00 Uhr.

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