In der Grünverschlossenen Botschaft reiht H. C. Artmann wunderlich-groteske Geschichten und poetisch-surreale Bilder auf eine Weise aneinander, die der bizarren und phantastischen Struktur von Träumen selbst nachempfunden zu sein scheint.

O ihr träumer von träumen, ihr träumtet nie, was ich träumte, und ich träume nie, was ihr träumt, und ihr werdet nie träumen, was ich träumen werde, denn ich träume meine träume und ihr träumt die euren.

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Nach der Sendung finden Sie das Hörspiel in der ARD-Audiothek und hier im Podcast-Channel "Hörspiele" – bis 12. Juni 2022

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In der Hörspielfassung wird die numerische Reihung noch einmal gehörig durcheinandergewirbelt, und es entsteht ein spielerisches Kaleidoskop ganz eigener Poetik, die mit barockem Sprachwitz und voller Humor einen typisch Artmannschen Kosmos entfaltet.

Im herzen einer grille das cello zu streichen, ist ein häufiger traum und anlaß zur hoffnung, geld zu erwerben, gesetzt daß die grille von einer wachtel verspeist wird, die wachtel aber von einem lamm, das lamm von einem wolf, und dieser wieder von einem hungernden admiral, den seine meuternde flotte an der küstenebene von Oregon ausgesetzt hat. Dann tönt das cello in den eingeweiden admiral Boyds, du erwachst und schreibst, deine eigene musik noch im ohr, die zahl eins.

Zur Hörspielpremiere schrieb die SZ: "[…] das Hörspiel hat große poetische Kraft, die auch aus den Auftritten der Sprecher Anna Thalbach, Janina Stopper, Jens Wawrczeck und Tom Schilling erwächst."

In der Funkkorrespondenz hieß es: "Man folgt diesen sehr individuell timbrierten Stimmen gerne und lässt sich mitnehmen auf einen literarischen Drachenflug über Erfundenes und Imaginiertes, über Berge und Täler der Phantasie."

Mit Anna Thalbach, Jens Wawrczeck, Janina Stopper und Tom Schilling.

Hörspielbearbeitung & Regie: Martin Heindel
hr 2013 | 54 Min.

H. C. Artmann, 1974
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Hans Carl Artmann (1921-2000)

war Mitbegründer der sprachexperimentellen "Wiener Gruppe", ohne sich allerdings von ihr vereinnahmen zu lassen und gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Dichter, dessen Werk sich jeglicher Klassifikation entzieht. Zahlreiche Auszeichnungen: u.a. Großer Österreichischer Staatspreis (1974), Georg-Büchner-Preis (1997).

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Sendung: hr2-kultur, "Hörspiel", 13.06.2021, 22:00 Uhr.

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