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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Irgendwie verstörend!" - Stefanie Blumenbecker über die Ausstellung "How to Make a Paradise"

How to make a Paradise

Ein Tutorial fürs Paradies? Rückzug in den Schrebergarten? Von wegen. Es geht um künstlich generierte Welten als Erfüllungsort unserer Wünsche. Aber der Schein kann trügen ...

Franziska Nori und ihr Team untersuchen immer wieder Fragen von Digitalisierung und Körperlichkeit, künstlichen Welten und künstlicher Intelligenz. Und so geht es dieses Mal um die Sehnsucht und Abhängigkeit von künstlich generierten Welten, die ein Erfüllungsort unserer Wünsche sein können. Der Titel "How to" erinnert bewusst an die Tutorials im Internet, wo man alles nachschlagen kann – wie man eine App benutzt, einen Kuchen backt oder sich eben ein Paradies erschafft.

How to Make a Paradise

Gefangene einer perfekt programmierten Welt

Das japanische Künstlerkollektiv Keiken + George Jasper Stone hat einen Raum geschaffen, in dem man von drei großen Leinwänden umgeben ist. Der Boden ist verspiegelt, darauf befinden sich mehrere große grüne Matten aus einem Memorieschaum. Wenn man sich darauf niederlässt geben sie nach, steht man auf, hinterlässt der eigene Körper einen Abdruck, der aber nach und nach verschwindet.

Die projizierten Bilder erzählen eine Geschichte aus einer dystopischen Zukunft, in der die Erde nicht mehr bewohnbar ist und Menschen sich nur noch durch virtuelle Räume bewegen können. Diese sind zwar in einem hohen Maße faszinierend, aber auch steril und die Protagonisten vermissen sensorische Empfindungen und körperliche Nähe. Sie sind Gefangene einer perfekt programmierten Welt.

How to Make a Paradise

Zwischen Science Fiction und realer Gegenwart

Die Künstlerin Lauren Lee McCarthy erforscht mit Langzeit-Performances wie bereitwillig sich Menschen der Anwesenheit einer (künstlichen) Intelligenz anvertrauen, wie wir sie von Amazons "Alexa" kennen. Nur, dass sie selbst in die Rolle der Alexa schlüpfte und den Menschen zu Diensten stand.

How to Make a Paradise

Eine weitere Arbeit portraitiert das Leben eines (realen) Hikimori - eines Menschen, der seine Wohnung seit 13 Jahren nicht mehr verlassen hat und soziale Kontakte nur noch über das Internet pflegt. Beides sind künstlerische Werke, die sich konkret auf Phänomene der Gegenwart beziehen. Sie be- oder verurteilen diese nicht, sondern begegnen ihnen offen und neugierig.

Die Arbeiten untersuchen Phänomene von Digitalisierung, die unsere Welt massiv verändern. Angesichts der immer weiter zunehmenden Zerstörung von Ressourcen und Lebensraum im 21. Jahrhundert sind diese Fragen drängend, und die Kunstwerke schaffen Begegnungen mit Themen, die sonst fremd bleiben würden, aber die Grundmelodie bleibt doch traurig und verstörend.

How to Make a Paradise

Video und Virtual Reality

Es sind alles Videoarbeiten. Manche Werke werden durch Rauminstallationen fortgeführt, manche im Internet. Eine Installation, die eigentlich die Benutzung einer VR-Brille impliziert, ist im Augenblick zum Teil außer Funktion gesetzt, weil man die VR-Brille wegen Corona nicht benutzen darf. Die Videos im Frankfurter Kunstverein sind alle auf großen Leinwänden zu sehen und man braucht viel Zeit. Die Ausstellung hat eine Verweildauer von mehreren Stunden, will man alles sehen.

Weitere Informationen

Hinweise zum Ausstellungsbesuch

Der Kunstverein hat als eine der ersten Frankfurter Institutionen wieder Führungen angeboten, die aber innerhalb kürzester Zeit ausgebucht waren. Es sollen weitere Führungsangebote folgen. Weitere Informationen auf der Seite des Frankfurter Kunstvereins

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück 3.6.2020, 7:30 Uhr

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