Ein eigens geschriebenes Programm des Frankfurter Nachwuchsstars Maximilian Shaikh-Yousef, Jazz-Pianistin Johanna Summer und die Avantgarden von "KUU!" erwarten Sie.

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Livestream

hr2-kultur überträgt das Konzert am 31. Oktober 2020 ab 19:00 Uhr live im Radio und an dieser Stelle auch im Videostream.

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SH4iKH 9 extended | Maximilian Shaikh-Yousef, as, ss, fl, comp | Veronika Morscher, voc | Victor Fox, ts | Pascal Klewer, tp, flh | Stephan Geiger, tp, flh | Philipp Schittek, tb | Lukas Roos, g | Lukas Moriz, p | Bastian Weinig, b | Leopold Ebert, dr | 

Johanna Summer "Schumann Kaleidoskop" | Johanna Summer, piano solo performance |

KUU! "Lampedusa Lulleby" | Jelena Kuljić, voc | Kalle Kalima, g | Frank Möbus, g | Christian Lillinger, dr |

Maximilian Shaikh-Yousef

Und ewig lodert die helle Flamme der schönen neuen Digital-Welt?

Covid-19 macht alles anders. Nichts ist wie bisher. Dieser Abend des Deutschen Jazzfestivals Frankfurt 2020 wird live übertragen in hr2-kultur und als Videostream unter hr2.de. Es gibt kein Publikum, die Pandemie zwingt zu neuen Formen, alles kommt live aus dem Hörfunkstudio II: die Musik, die Moderation, die Gespräche zwischen den Performances. 

Die traditionell große Bühne des hr-Sendesaals ist passé, die Weite des Raums, der Applaus oder sonstige Bekundungen von gemeinschaftlichem Erleben, leider nein, weil nicht zugelassen, nicht ungefährlich. Die Pandemie zwingt uns ins Virtuelle. Obwohl das ja so auch nicht unbedingt stimmt. Die gute alte Tante, das Radio, liefert auch hier verlässlich das, was es schon immer geliefert hat: Live-Musik in guter tontechnischer Qualität – und phantasie-begabtes Ohren-Kino. Ja, eventuell ist die Kombination (Videostream für die Augen, Radio-Ton für den nicht daten-reduzierten Musikgenuss im Ohr) ein attraktiver, von vielen schon lange praktizierter Kompromiss. Obwohl: Das Festival wird spätestens seit Beginn der 10er Jahre des neuen Jahrhunderts video-gestreamt und der Sound erfreut sich eines guten Tons und Rufs mit Tendenz zu stetiger Optimierung.

Johanna Summer

Die gute alte Tante tanzt mit

Es gibt in dieser Live-Übertragung natürlich Interviews mit den beteiligten Musikern. Und auch mehr als das: Im Talk mit Arndt Weidler vom Jazzinstitut Darmstadt geht’s um „Die Grenzen des Streamings“. Mit augenzwinkerndem Bezug auf die historische Mahnung „Die Grenzen des Wachstums“ (Club of Rome, 1972) geht es um Sinn und Un-Sinn des Streamings. Was macht das mit uns? Schon ein halbes Jahr Migration und Vertreibung ins Netz, mit Wackelbildern, Eierköpfen und einem Sound, der oft von ton-technischer Dürre gezeichnet ist. – Und vor allem: was macht das mit dem Jazz, einem Genre, das wie kein anderes auf unmittelbare Begegnung, abstandslose Interaktion, auch mit den Rezipienten, angewiesen ist?

Virus und Stream: ein gutes Team?

Wie lange ist die Euphorie über neue Ausspielwege und Möglichkeiten zu einfacher Publikation der eigenen Produkte im Netz zu halten? Wann schlägt positive Aufgeschlossenheit gegenüber der „neuen Realität“ im Netz um in Inflation und Regression? Was bleibt vom Jazz nach womöglich einem vollen Jahr Pandemie? Ist der wendige (weil immer wieder re-innovationsfreudige) Gevatter dann überhaupt noch existent, wenn erst mal das Club-Sterben richtig an Fahrt zulegt? Wie überall: nicht gerade rosige Aussichten. Oder ist das alles nur Schwarzmalerei? – Weidler weiß mehr.

Drei Männer und eine Frau mit weißgefärbten Haaren

Zur Erheiterung kann Olaf Stötzler, der derzeit hauptverantwortliche Programm-Macher des Festivals, etwas über die Freuden des Veranstalters in Zeiten der Seuche erzählen. Aber was heißt hier Programm-Macher? – Absager, Verschieber, Jongleur, Zukunftsprognostiker, Alternativen-Entwickler, der Job verlangt nach neuen Qualifikationen. Und es werden eher mehr, denn weniger. Wenigstens hier ist Konjunktur zu verzeichnen.

Zum Programm Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2020

Sendung: hr2-kultur, "Deutsches Jazzfestival Frankfurt", 31.10.2020, 19:04 Uhr.

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