Electro Deluxe & hr-Bigband, Frankfurt am Main, Musiklokal Südbahnhof, Mai 2016 ●● James Copley, voc | Arnaud Renaville, dr | Jérémie Coke, b | Gael Cadoux, keyb | Thomas Faure, ts, cond ●● hr-Bigband: Frank Wellert / Thomas Vogel / Martin Auer / Axel Schlosser, tp | Günter Bollmann / Peter Feil / Wolf Schenk / Manfred Honetschläger, tb | Heinz-Dieter Sauerborn / Oliver Leicht / Tony Lakatos / Steffen Weber / Rainer Heute, reeds |

Frankreichs Nu-Jazz-Phänomen Electro Deluxe reanimiert mit Vintage-Equipment alte Motown-Sounds, den Funk von James Brown und den frühen Fusion Jazz à la Herbie Hancock so, dass mittlerweile nicht nur die Grande Nation in Wallung gerät. Die Konzerte von Electro Deluxe gehen sofort in die Beine – erst recht, wenn die dreizehn Bläser der hr-Bigband für Windstärke 12 sorgen.

"Hey Folks, It’s Jazz, Get Up & Dance!"–
Zum schwierigen Verhältnis von Jazz und Tanz

In den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat ein ganzer Kontinent zu den Sounds und Rhythmen des Jazz getanzt. Die Swing-Ära mit ihren großen Kapellmeistern war die populärste Ausprägung dessen, was wir unter dem Begriff “Jazz“ verstehen. Bewegungsmotorisch hat es dieses Genre mit den Triolen und der enormen Schubkraft nach vorn in seiner über einhundert-jährigen Geschichte nicht noch einmal in diese Dimensionen der Massen-Begeisterung geschafft.

In der Acid-Jazz-Welle Anfang der Neunzigerjahre war der Jazz dann noch einmal ein rasantes Treibmittel für das Geschehen in der Dancefloor-Szene der Metropolen. Manch einer hegte die Hoffnung, das Genre könne wieder zu einem Mainstream-Phänomen unter Jugendlichen werden. Ein kurzes Strohfeuer. Der Jazz blieb Kunst-Musik. Dennoch behaupten wir – auch wenn da einigen der Hut hochgeht: Jazz ist (auch) Tanz-Musik.

Am Mikrofon: Jürgen Schwab

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