Heute mit: "Essential Bird in 30 Minuten" | Charlie Parker: Boss Bird - Studio Recordings 1944-1951 (4-CD-Set), Properbox 46 | Charlie Parker: Confirmation: Best Of The Verve Years (2-CD-Set) Verve Records 527 815-2 | Dizzy Gillespie / Charlie Parker: Town Hall, New York City, June 22, 1945, Uptown Records UPCD 27.51 |

2020 ist Beethoven-Jahr. Ludwig van wird 250. Die Jazz-Welt hat aber auch einen “B-Promi“, der einen runden Geburtstag feiert: “Bird“ würde 100 – wenn er denn nicht so exzessiv gelebt hätte (und wahrscheinlich auch deshalb schon jung verstorben ist): “Bird“ ist der Nick-Name von Charlie Parker. „Der Klassik ihr Beethoven ist dem Jazz sein Bird“, könnte man umgangssprachlich (und grammatikalisch zum Fürchten) formulieren, der bezeichnete Sachverhalt indes ist valide.

Seit Louis Armstrong hatte keine einzelne Persönlichkeit so entscheidenden Einfluss auf die gesamte Entwicklung des Jazz wie in den 1940er-Jahren Charlie Parker. „Durch Louis änderten sich die Trompeter und Posaunisten, aber Bird änderte die Spielweise aller Instrumente“, so der Ellington-Trompeter Cootie Williams. In unserem Kontext vielleicht noch interessanter: Steve Reich, der Prophet der Minimal Music – nach dem Stellenwert von Charlie Parker befragt – krönte die Sammlung der Superlative: „Es ist, als würde man fragen, was einer von Johann Sebastian Bach (noch ein Kaliber mit “B“; Anmerk. der Red.) halte – er ist einfach der Standard, an dem andere gemessen werden.“ – Die Kürze der Parker-Songs aus den Vierzigern hat uns zu dem verführt, was man wohl eigentlich besser nicht versuchen sollte: Essential Bird in 30 Minuten.

Musik: Matthias Spindler | Moderation: Jesko von Schwichow

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Recording-Sessions, die die Welt, mindestens die Jazz-Welt, bewegt haben und noch immer bewegen. Die neue Sendung Jazz Classics präsentiert unvergessene Meilensteine der Musik-Geschichte. Und wenn sie schon vergessen sind, dann sorgen wir für deren Reanimation. Ab und an drücken wir also die Refresh-Taste.

Dabei liefert die Sendung Jazz Classics auch den Kontext: Geschichten über die agierenden Musiker*Innen, die Entstehungsbedingungen der Produktion und welchen Stellenwert diese im Laufe der Karriere der Künstler*Innen hatte. Hier und da ein bisschen Rezeptionshistorie war noch nie verkehrt, um Musik, die man hört, auch zu begreifen. Jazz ist mehr als nur eine klingende Tapete.

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