Der Stimmzauberer und Vokalartist Andreas Schaerer mit seinem Quartett "A Novel of Anomaly" und anschließend Schlagzeugspielen als Ritual des mexikanischen Drummers Antonio Sanchez.

Andreas Schaerer - "A Novel of Anomaly"

Andreas Schaerer - vocals
Auciano Biondini - accordeon
Kalle Kalima - guitar
Lucas Niggli - drums

(Übertragung aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt)

Andreas Schaerer als Sänger zu bezeichnen, wäre eine unzulässige Verkürzung. Stimmzauberer und Vokalartist - das trifft’s schon eher. Denn der Schweizer kann nicht nur berückend schön singen, er beatboxt, jodelt und trompetet auch und tut eigentlich alles, was man mit einer Stimme machen kann und vielleicht auch noch ein bisschen mehr. International bekannt wurde er in der Formation "Hildegard lernt fliegen". Mittlerweile ist er in vielen verschiedenen Bandprojekten erfolgreich unterwegs, so auch im Quartett "A Novel of Anomaly".

Mit Schlagzeuger Luca Niggli musiziert er seit 2013 im Duo, dessen Background von weltmusikalischen Grooves über freie Improvisationen bis zur Neuen Musik reicht. Auch mit dem italienischen Akkordeonisten Luciano Biondini ist Schaerer seit längerem zu zweit unterwegs. Biondini studierte zunächst Klassik, bevor er sich dem Jazz zuwandte. Der in Berlin lebende finnische Gitarrist Kalle Kalima komplettiert das ungewöhnlich besetzte Quartett "A Novel of Anomaly". Die vier Musiker schlagen Funken aus einem breiten musikalischen Material zwischen indischer Rhythmik, italienischer Melodienseligkeit, finnischem Tango und rockigen Alpenklängen.

Antonio Sanchez "Bad Hombre"

Thana Alexa - vocals
BIGYUKI - keyboards
Lex Sadler - bass
Antonio Sanchez - drums

Der gebürtige Mexikaner Antonio Sanchez ist seit 20 Jahren der Lieblingsdrummer von Pat Metheny, genießt aber nicht nur deshalb weltweit eine ungeheure Popularität. Der mittlerweile 5-malige GRAMMY-Gewinner ist in Rock, Latin und Jazz gleichermaßen versiert, vereint auf einzigartige Weise Kraft und Dynamik und ist auch ein origineller Komponist und Konzeptionist.
Wut und Frust über die politischen Verhältnisse der Ära Trump und dessen Einwanderungspolitik kanalisiert Antonio Sanchez 2017 in seinem Album "Bad Hombre".

Für ihn ein "kompletter Neuaufbruch", indem der das Schlagzeugspielen als ein meditatives und heilendes Ritual zelebriert: Mal akzentuiert er verspielte elektronische Soundscapes, mal schlägt er polyrhythmische verschachtelte Schneisen durch ein Inferno aus pulsierenden Basslinien und wabernden Synthy-Flächen. In Frankfurt werden diese Parts von zwei Stars der New Yorker Undergroundszene beigesteuert: dem Tastenvirtuosen und Soundtüftler BIGYUKI und dem Bassisten Lex Sadler. Vokale Klangfarben in diesem Klanggewitter liefert die Ehefrau von Antonio Sanchez, die in den USA geborene und in Kroatien aufgewachsene Sängerin Thana Alexa.

Am Mikrofon: Daniella Baumeister

Sendung: hr2-kultur, "52. Deutsches Jazzfestival", 28.10.2021, 19:04 Uhr.