Ein hessisches Eigengewächs eröffnet den Samstagabend beim 52. Deutschen Jazzfestival Frankfurt. Saxofonist Fabian Dudek ist gerade mal 27 Jahre alt und dennoch schon ein Musiker mit einer durchaus eigenen ausdrucksstarken Sprache.

Fabian Dudek Quartett

Fabian Dudek - alto saxophone
Felix Hauptmann - piano
David Helm - bass
Fabian Arends - drums

(Übertragung aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt)

Geboren in Groß-Gerau, aufgewachsen in Nauheim und Rüsselsheim in einem musikalischen Elternhaus mit viel Jazz, wusste Fabian Dudek angeblich schon als Kind, dass er Musiker werden wollte. Früh bekam er Unterricht auf dem Altsaxofon bei hr-Bigband-Saxofonist Oliver Leicht, der ihn auch bestärkte, "immer sein eigenes Ding" zu machen.
Der junge Saxofonist entwickelte mit den Jahren zunehmend einen eigenen Sound, vieles an seinem Spiel erinnert an die ungestüme und fast brachiale Wildheit eines Peter Brötzmann.

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Formationen, in denen Dudek in den letzten Jahren für Aufsehen sorgte, waren unter anderem die Gruppe "The Where Me?!", die 2016 auch das Arbeitsstipendium Jazz der Stadt Frankfurt erhielt, sowie das Quartett des Pianisten Simon Below. Seine herausragenden individuellen Qualitäten beweist der Saxofonist aber besonders in seinem eingespielten Quartett.

Zusammen mit dem ebenfalls aus Hessen stammenden Bassisten David Helm, Pianist Felix Hauptmann sowie Schlagzeuger Fabian Arends entwickelt Fabian Dudek eine Musik, die neugierig über Zäune schaut und die Zuhörer durch ihre Originalität und Vielschichtigkeit immer wieder verblüfft.

Pablo Held Trio

hr-Bigband feat. Pablo Held Trio

Pablo Held - piano
Robert Landfermann - bass
Jonas Burgwinkel - drums
hr-Bigband
Jim McNeely - Leitung

Musik war immer da, immer um ihn herum, erzählt Pablo Held. Geboren 1986 in Hagen als Sohn eines Pianisten und einer Klavierbauerin lief zu Hause Herbie Hancock beim Lego spielen und bei Autofahrten in den Urlaub John Scofield.
Seinen allerersten Auftritt hatte der junge Pablo Held mit vier Jahren, allerdings noch nicht am Klavier. Sein Onkel hatte ihm zum Geburtstag ein Schlagzeug geschenkt und so trommelte Pablo auf einer Feier das erste Mal vor Publikum, zur Musik von Stevie Wonder. Spontan, ohne zu denken, ohne Zögern, wie ein Kind eben. Pablo Held hält das bis heute für die wohl beste Art, Musik zu machen und lässt sich immer noch am liebsten ins Unbekannte fallen.
Mit zehn wird das Klavier dann sein Instrument, mit Unterricht und später bestandener Aufnahmeprüfung zum Jazz-Studium in Köln. In der Rückschau für Pablo Held die Eintrittskarte in eine neue magische Welt: Unterricht bei John Taylor und Hubert Nuss, tägliche Sessions mit neuen Freunden, abendliche inspirierende Konzertbesuche. Und: die Geburt seines Trios!

Seit 2006 ist die Formation mit Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel das musikalische Zuhause des Pablo Held. Und ein sehr erfolgreiches: Unzählige Tourneen, elf gemeinsame Alben und die Zusammenarbeit mit illustren Gästen wie Ralph Towner, Chris Potter, Dave Liebman oder John Scofield.
Für das Konzert beim 52. Deutschen Jazzfestival Frankfurt wird Jim McNeely die Musik von Pablo Held für dessen Trio und die hr-Bigband arrangieren. Welche Kompositionen das am Ende sein werden, das kann und will Pablo Held nicht verraten. "Ich komponiere eigentlich jeden Tag", erzählt er. "Das übe ich dadurch genau so intensiv wie Technik am Klavier oder ähnliches. Vieles davon wurde bislang noch gar nicht aufgeführt, aufgenommen und veröffentlicht." Pablo Held ist gespannt darauf, wie Jim McNeely, der Chefdirigent der hr-Bigband, seine Musik in einen großorchestralen Gesamtklang überführen wird. Der wird es aber den Musikern des Trios jedenfalls auch weiterhin erlauben, sich ins Freie fallen zu lassen.

Am Mikrofon: Jürgen Schwab

Sendung: hr2-kultur, "52. Deutsches Jazzfestival", 30.10.2021, 19:04 Uhr