Frederik Köster / Die Verwandlung || Frederik Köster, tp, flh, electronics, analog synthesizer, vocals | Sebastian Sternal, p, rhodes, effects | Joscha Oetz, b | Jonas Burgwinkel, dr | 12. Kasseler JazzFrühling, TheaterStübchen Kassel, März 2020, Teil 2

Am Mikrofon: Daniella Baumeister

Frederik Köster und "Die Verwandlung": der Name ist mehr als nur Prophezeiung. Mit dem neuen Album "Golden Age" (Anfang des Jahres veröffentlicht) kam wieder ein neues Sound-Setting für das Quartett: orientalische Einflüsse, ungerade Metren, arabische Skalen, die Vierteltöne und noch mehr elektronische Sound-Mutationen. Man ist mutiger geworden, man riskiert mehr, manches ist geradezu kafkaesk überraschend (die Einlösung der Versprechung, die im Namen der Band steckt) – und erstmals ist der Trompeter Köster auch als Sänger auf Tonträger zu hören.

Kurz nach dem Album-Release war Frederik Köster und die Verwandlung beim 12. Kasseler JazzFrühling im TheaterStübchen Kassel live zu erleben. Und die vier hatten alles dabei: Was auf der Platte noch teilweise vermuten lässt, da wäre womöglich nachträglich in der post-production einiges gebastelt worden, mindestens sound-technisch, das ist hier bei dieser atmosphärisch schönen Live-Performance alles auch vorhanden, das holen die vier ganz locker aus ihren „Geräten“. Köster betont in seinen Ansagen, dass hier vieles gut gelinge und Spaß mache, weil es einfach ein stimmiger Spielort sei mit einem engagierten Veranstalter: ein Ritterschlag für Markus Knierim, der das TheaterStübchen in “Hessisch-Sibirien“ (wie Nord-Hessen oft verächtlich bezeichnet wird) zu einem leuchtenden Fanal weit über die engen hessischen Gemarkungen hinaus gemacht hat.

Hier bei Köster & Co hat er sogar dem Hessischen Rundfunk den Konzert-Mitschnitt gemacht und zur Verfügung gestellt. Von hier aus ein hochachtungsvolles Dankeschön – allerdings ohne Händeschütteln im Angesicht der Covid-19-Gefahr. Ja, der Mitschnitt ist ein nettes stimmungsvolles Andenken an die heile Welt (noch kurz) vor Corona. Auch dem TheaterStübchen bleibt zu wünschen, dass hoffentlich bald wieder der Spielbetrieb möglich wird. In Kassel lässt Knierim gerade seine mut-machende Entschlossenheit plakatieren: „Hopf hoch, Kassel! – Wir kommen wieder! – TheaterStübchen“ - (Das war der Stand vor 10 Wochen, als dieser Text entstand, mittlerweile ist man weiter, ein bisschen jedenfalls…)

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit