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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gespräch mit Jens Wawrczeck alias Peter Shaw

Jens Wawrczeck

Jens Wawrczeck dürfte manchem ein Begriff sein. Doch viele kennen seine Stimme, die er dem Detektiv Peter Shaw von den "Drei ???" leiht. Nun hat er sein erstes Musikalbum als Sänger rausgebracht.

Auf Ihrem Album "Celluloid" singen Sie Songs aus Filmen. Warum sollten es Filmklassiker aus den 60ern sein?

Das Interessante an meinem Album ist, dass es nicht unbedingt die großen Filmklassiker sind. Ich hab es absichtlich vermieden "As time goes by", "Moonriver" oder "Somewhere over the rainbow" zu singen. Das sind auch nicht unbedingt meine Favoriten. Auf diesem Album sind meine Favoriten versammelt. Und die stammen oft aus eher in Vergessenheit geratenen Filmen.

Sie sind Schauspieler, Synchronsprecher und Drehbuchautor. Sie sind ein sehr vielseitiges Talent. Jetzt erleben wir Sie auch als Sänger. Sie haben selbst gesagt, das hat seine Zeit gebraucht. Wieso hat das so lange gebraucht?

Das Singen ist für mich die persönlichste Ausdrucksform. Das ist die höchste aller Sprachen. Ich finde, dass man sich hinter Literatur, also wenn ich Hörbücher lese oder ein Stück spiele auf der Bühne, vielmehr verstecken kann, als wenn man sich hinstellt und singt. Aber die Sehnsucht, diese Art von Nacktheit auch zu erleben, die war so groß, dass es irgendwann auch einfach passieren musste.

Der erste Song auf dem Album heißt "At the crossroads", an einem Kreuzweg, und ich habe das Gefühl, das ist tatsächlich ein entscheidender Punkt in meinem Leben. Ich hoffe, dass ich viel mehr Musik machen werde und vielleicht weniger spreche. Weniger den Mund aufmache, um zu sprechen, sondern es kommen nur noch gesungene Töne aus mir.

Sie sagen, singen war schon immer auch mein Traum. Wie fühlt es sich an, das dann auch zu tun?

Eine Befreiung, eine Erlösung. Ich sage Ihnen, die Aufnahmen zu diesem Album waren das Schönste, was ich erlebt habe in immerhin über 40 Jahren Arbeit vor dem Mikrofon. Es ist ja gefährlich, wenn man sich einen Traum erfüllt. Es kann ja auch sein, dass diese Erfüllung eine absolute Enttäuschung wird. Gerade, wenn man diesen Traum so lange mit sich rumgetragen hat. Das war in diesem Fall wirklich nicht der Fall. Als ob ich endlich in dem Haus gelandet bin, das mein Zuhause ist.

Wie haben Sie entschieden, welche Songs auf das Album kommen?

Oh das war schwer. Ich hatte ungefähr 60 Filme und Filmsongs in der engeren Wahl. Und ich habe mich ein bisschen auch auf die Empfehlung meiner beiden Arrangeure Leonhard Mahlich und Christopher Noodt verlassen. Dass die mir Tipps geben und die natürlich auch meine Stimme kannten und auch wussten, was gut zu mir passt.

Was mir wichtig war war, dass dieses Album eine Art Reise wird. Dass man verschiedene emotionale Situationen erleben kann. Man geht einen neuen Weg, es ist eine Aufbruchsstimmung am Anfang. Man geht aber durch Täler, über Stock und Stein und kommt am Ende des Albums bei dem Song "Wish me a rainbow" an, der einen Zustand der Unschuld herausbeschwört. Und das fand ich ganz schön.

Was wollen Sie dem Hörer denn mit auf den Weg geben?

Dass man nie ankommt. Dass man das Leben Tag für Tag neu erleben und erfinden muss und neu wirken lassen muss.

Die Fragen stellte Catherine Mundt.

Sendung: hr2-kultur, Kulturcafé, 7.5.2020, 17:10 Uhr

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