Beide gehören zu den ganz Großen der Musikgeschichte: die französischen Komponisten Guillaume de Machaut (um 1300-1377) und Guillaume Dufay (um 1400-1474). Ihre Werke beeinflussen bis heute das Erfinden und Setzen von Klängen in der Zeit.

Harrison Birtwistle (*1934): "Hoquetus David" nach Guillaume de Machaut (1969) für Ensemble
Rundfunk-Kammerorchester Saarbrücken
Leitung: Hans Zender
(Aufnahme vom 29. September 1972, Studioproduktion des Saarländischen Rundfunks)

Harrison Birtwistle: "Machaut à ma manière" für Orchester (1988)
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Johannes Kalitzke
(Aufnahme vom 16. März 2004 im Haus des Rundfunks Berlin durch den Rundfunk Berlin-Brandenburg)

Mathias Spahlinger (*1944): "Adieu m’amour" (1982/83) für Violine und Violoncello
Melise Mellinger, Violine
Lucas Fels, Violoncello
(Aufnahme vom 18. Juli 1992 in der Orangerie Darmstadt bei den Ferienkursen für Neue Musik, Gastkonzert des Hessischen Rundfunks)

Mauricio Kagel (1931-2008): Zwei Balladen von Guillaume de Machaut (1983) Realisation für Chor und Instrumente
Südfunk-Chor
SWR Symphonieorchester
Leitung: Mauricio Kagel
(Aufnahme der Uraufführung am 30. Januar 1984 in der Villa Berg, Stuttgart, durch den Süddeutschen Rundfunk)

Isabel Mundry (*1963): "Dufay-Bearbeitungen" (2003/04) für Kammerensemble
ensemble recherche
(Aufnahme im Oktober 2006, Studioproduktion des Westdeutschen Rundfunks)

Die Komponistin Isabel Mundry

Eines Nachts, so erzählt die 1963 in Schlüchtern geborene Komponistin Isabel Mundry, habe sie Aufnahmen zahlreicher Dufay-Chansons mehrfach gehört. Denn sie singt nacheinander Stimme für Stimme aus der Partitur mit und gewinnt den Eindruck, sie singe immer das Gleiche "doch stets aus einer verschobenen Perspektive". Die dichte Textur mit ihren unzähligen Nuancen analysiert Mundry dann für sich genauer und formt schließlich daraus ihre "Dufay-Bearbeitungen", um Nähe und Distanz zum geschätzten Kollegen aus der Renaissance sinnlich wie konstruktiv zu fassen. Ähnlich geht es den älteren Kollegen Kagel, Birtwistle und Spahlinger mit ihren Hommagen an Dufay und den hundert Jahre älteren Machaut: Auch sie lesen die Alte Musik als Wege zum Neuen, als Impulse zu einem künstlerisch notwendigen Reflex.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 21.01.2021, 20:04 Uhr.

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