Philippe Herreweghe verbindet mit dem hr-Sinfonieorchester eine langjährige künstlerische Freundschaft. Mit von der Partie ist diesmal Vilde Frang. An Bachs Violinkonzerte gehe sie heran wie eine Tänzerin, sagt die norwegische Geigerin. "Bachs Musik muss singen und tanzen. Sie braucht einen organischen Fluss, der alles belebt und freisetzt. Als Kind konnte ich bei diesen Violinkonzerten nicht ruhig sitzen und wollte unbedingt dazu tanzen." Gerade hier fühle sie "eine grenzenlose Freiheit als Interpretin, meinen Sinnen nachzugehen und frei zu gestalten."

Vilde Frang, Violine
Leitung: Philippe Herreweghe

Bach: Violinkonzert a-Moll BWV 1041
Bach: Violinkonzert E-Dur BWV 1042
Mozart: Sinfonie D-Dur KV 504 "Prager"

(Aufnahmen vom 2. und 3. Dezember aus dem hr-Sendesaal)

Vilde Frang

Mit Philippe Herreweghe hat Vilde Frang dabei einen Tanzpartner, der Bachs Musik so gut kennt wie wenig andere. Seine Einspielungen der Kantaten und Passionen setzten Maßstäbe. In jüngster Zeit stand Herreweghe aber auch immer wieder mit den späten Mozart-Sinfonien auf dem Podium. "Mozart kam ziemlich spät in meinem Leben", so der Dirigent. "Die meiste Zeit meines Lebens habe ich mich z.B. sehr auf Bach konzentriert. Danach habe ich mich für Beethoven interessiert, dann für Schumann. Erst danach galt mein Interesse auch Mozart."

Dabei profitiert gerade dieser Komponist von jenem Klang, den Philippe Herreweghe als sein Ideal beschreibt: "Was mir am wichtigsten ist, ist Klarheit. Ich möchte die Musik gewissermaßen durchsichtig machen. Meine Aufnahmen sollten von einem guten Musiker notierbar sein. Meine Herausforderung ist immer, die Musik so klar auszusprechen, dass sie vom Gehör her notierbar wäre."

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 14.12.2021, 20:04 Uhr.