Unter der Leitung des Alte-Musik-Spezialisten Richard Egarr präsentierte das renommierte Kammerorchester in seiner Heimspielstätte im US-amerikanischen St. Paul ein Programm mit Barockmusik rein englischer Provenienz. Und da passt auch Georg Friedrich Händel mit rein, der ja ab 1712 in London lebte und 1727 schließlich britischer Staatsbürger wurde.

Saint Paul Chamber Orchestra
Leitung: Richard Egarr

Purcell: Ausschnitte aus "The Fairy Queen" Z. 629
Locke: Ausschnitte aus "The Tempest"
Avison: 1. Concerto grosso A-Dur nach D. Scarlatti
Händel: Ausschnitte aus der "Wassermusik"

(Aufnahme vom 1. Dezember 2018 aus dem Ordway Center for the Performing Arts in St. Paul)

Die englischsprachige Oper hat es - trotz Purcell - im 17. und 18. Jahrhundert nie zu einer wirklichen Blüte gebracht. Deutlich beliebter waren sogenannte "Semi-Opern" oder einfach Schauspielmusiken. Sowohl Henry Purcell wie auch sein Lehrer Matthew Locke komponierten solche Musiken zu Stücken von William Shakespeare: Locke 1674 zu "The Tempest" und Purcell 1692 seine "Fairy Queen", eine Adaption von Shakespeares "Sommernachtstraum". Textlich gesehen waren das oft sehr krude Bearbeitungen der Originale - das Beste aus heutiger Sicht ist da sicherlich die immer noch hörenswerte Musik.

Der eine Generation später geborene Charles Avison hat sich eher als Organist und Konzertveranstalter in seiner Heimatstadt Newcastle einen Namen gemacht. Seine bekanntesten "12 Concerti grossi" sind allerdings gar nicht von ihm, sondern Bearbeitungen von Klaviersonaten von Domenico Scarlatti. Zuletzt schließlich gibt’s Ausschnitte aus Georg Friedrich Händels Beitrag zur berühmtesten Flussfahrt der Musikgeschichte: 1717 ging es mit großem Pomp einmal die Themse rauf und runter, womit König George I. seiner mäßigen Popularität ein wenig aufhelfen wollte. Was allerdings damals genau gespielt wurde von den heute als "Wassermusik" bekannten Stücken, lässt sich nur noch schwer rekonstruieren, und so konnten sich auch Richard Egarr und das Saint Pauls Chamber Orchester ihr ganz eigenes Arrangement zusammenstellen.

Anschließend:
Clementi: Klaviersonate C-Dur op. 9 Nr. 2 (Howard Shelley)
Elgar: Enigma-Variationen op. 36 (Royal Philharmonic Orchestra / Andrew Litton)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 31.05.2021, 20:04 Uhr.

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