Die ewige Frage nach der Existenz, eine Liebeserklärung und ein Geburtstagsgruß: Es war ein vielseitiges, hoch-expressives Programm, das das Hochschulorchester der Frankfurter Musikhochschule in den hr-Sendesaal mitgebracht hatte. Werke von Richard Wagner bis Charles Ives hatte der griechische Dirigent Vassilis Christopoulos ausgesucht.

Hochschulorchester der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
Leitung: Vassilis Christopoulos

Ives: The unanswered question
Schönberg: 1. Kammersinfonie E-Dur op. 9
Mahler: Adagietto aus der 5. Sinfonie
Wagner: Siegfried-Idyll

(Aufnahme vom 29. November 2020 aus dem hr-Sendesaal)

Sieben Mal stellt die Trompete die "ewige Frage nach der Existenz" in Charles Ives Ensemblestück "The Unanswered Question" - und ein Holzbläserquartett macht sich auf die "Jagd nach der unsichtbaren Antwort", während die Streicher hier "nichts wissen, sehen und hören" wollen. Es wundert wenig, dass Ives' atmosphärisches Stück gern auch als Filmmusik eingesetzt wurde - etwa 1998 in Tom Tykwers "Lola rennt".

Zur Filmmusik mutierte auch das "Adagietto" von Gustav Mahler, das 1971 in der Verfilmung von Thomas Manns "Tod in Venedig" zum Leitmotiv wurde. Das "Adagietto" stammt ursprünglich aus Mahlers fünfter Sinfonie - und wurde gerne mal als musikalische Liebeserklärung an seine Frau Alma interpretiert. Seiner Frau Cosima wiederum gratuliert 1870 Richard Wagner zum Geburtstag - mit seinem "Siegfried-Idyll". Weg von den "harmonischen, formalen, orchestralen und emotionalen Neuerungen Richard Wagners" wollte dagegen Arnold Schönberg - und ebnet in seiner Ersten Kammersinfonie bereits den Weg zur freien Atonalität.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 04.06.2021, 20:04 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit