Der Hammer macht es erst möglich: Wo das Cembalo dynamisch monochrom bleiben musste, konnte das Hammerklavier laut und leise klingen, mit allen delikaten Abstufungen dazwischen. Keiner nutzte diese neue Qualität so früh und so vollkommen wie Wolfgang Amadeus Mozart.

Rafał Blechacz, Klavier
Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Mozart: Klavierkonzert A-Dur KV 488
Mahler: 6. Sinfonie a-Moll

(Aufnahme vom 19. Oktober 2018 aus dem Großen Saal)

Sein A-Dur-Klavierkonzert KV 488 ist eines der gelungensten Beispiele dieser Art. Es ist das klassische Klavierkonzert schlechthin, es markiert die Höhe dieser Kunstform. Doch der Hammer kann auch anders. Er kann, trocken auf einen Holzblock geschlagen, einen mächtigen, dumpfen Akzent setzen - "wie ein Axthieb", so hat sich Gustav Mahler den unvorstellbaren Ton vorgestellt.

Hammer in einem frühen Hammerklavier

Der riesenhafte Hammer ist das sonderbarste Element in einer sonderbaren Partitur, nämlich der zu Mahlers kolossaler sechsten Sinfonie, die noch weitere eigenartige Instrumente verlangt, Kuhglocken etwa, Xylofon und Celesta. Mahler selbst nannte diese Sinfonie "tragisch". Mancher verglich sie schon mit einer der großen Tragödien der griechischen Antike. Die Größe dieser Sechsten, ihre enorme Fallhöhe, lässt keinen Zuhörer unbewegt. Sie trifft schonungslos "wie ein Axthieb".

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 26.10.2020, 20:04 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit