Alexander von Zemlinsky komponierte seine Sinfonietta 1934 in Wien, wo sie auch uraufgeführt wurde. Die Sinfonietta ist vielleicht Zemlinskis virtuosestes Werk. Er komponierte sie zwischen Hoffnung und Verzweiflung, denn seine Kompositionen galten als "entartete Kunst".

Emanuel Ax, Klavier
Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Zemlinsky: Sinfonietta
R. Strauss: Burleske für Klavier und Orchester
R. Strauss: Ein Heldenleben op. 40

(Aufnahmen vom 10. und 11. Dezember 2015 aus dem Großen Saal)

Als ein "widerhaariges Stück" bezeichnete Starpianist Hans von Bülow die Burleske von Richard Strauss - was diesen so sehr verunsicherte, dass er die Arbeit in der Schreibtischschublade verschwinden ließ und am liebsten nicht mehr herausgeholt hätte. Als Kenner der Malerei wusste Richard Strauss um die alte Tradition des Selbstporträts; als Leser Friedrich Nietzsches hatte er sich alle falsche Bescheidenheit abgewöhnt; als Kind seiner Zeit, die man gerne die "Gründerzeit" nennt, waren ihm Fortschritt, Expansion und die Kraft der Konjunktur nicht fremd. Schließlich hatte seine eigene Musik ja auch Hochkonjunktur. Eine Sinfonische Dichtung jagte die andere. Und in einer von ihnen porträtierte er sich selbst: Ein Heldenleben. So ungebrochen, so auftrumpfend und selbstsicher wie er hatte keiner zuvor sein Selbstverständnis, sein Selbstbewusstsein auskomponiert.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 23.03.2021, 20:04 Uhr.

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