Für Paavo Järvi bedeutete dieses Konzert den Auftakt in seine fünfte Spielzeit als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters. Ein kurzes Werk von Beat Furrer stand auf dem Programm: Chiaroscuro - eigentlich ein Begriff aus der Malerei. Übersetzt heißt es "hell-dunkel". Ein in der Spätrenaissance und im Barock entwickeltes Gestaltungsmittel der Grafik und der Malerei, das sich durch Hell-Dunkel-Kontraste auszeichnet. Dieses Chiaroscuro, das Wechselspiel der Kontraste, bildet sich in Furrers Komposition mit Klangfarben ab.

Leonidas Kavakos, Violine
Camilla Tilling, Sopran
Michael Nagy, Bariton
Leitung: Paavo Järvi

Furrer: Chiaroscuro
Brahms: Violinkonzert D-Dur op. 77
Nielsen: 3. Sinfonie d-Moll op. 27

(Aufnahme vom 24. September 2010 aus dem Großen Saal)

Brahms komponierte mit seinem Violinkonzert kein Virtuosenkonzert (wie Beethoven oder Mendelssohn), er komponierte ein Werk, in dem Solist und Orchester zu gleichen Teilen die musikalische Substanz tragen und eng miteinander verflochten sind. Der Geiger steht zwar nicht im Vordergrund, dieser Solist aber lässt trotzdem aufhorchen: Leonidas Kavakos.

Die dritte Sinfonie von Carl Nielsen trägt den Beinamen "Sinfonia espansiva". Gemeint ist aber nicht etwa eine riesige Ausdehnung in der zeitlichen Dimension oder des Klangapparats. Nielsen zielt vielmehr auf eine Erweiterung der Perspektive, des geistigen Horizonts, auf eine qualitative Veränderung des Daseins und die Expansion von Leben, die daraus erwächst.

Anschließend:
Beethoven: Klaviersonate E-Dur op. 14 Nr. 1 (Stephen Kovacevich)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 08.06.2021, 20:04 Uhr.

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