Beethoven trifft Beethoven: Das Cuarteto Quiroga feiert Beethovens 250. Geburtstag in Granada mit seinen letzten Streichquartetten.

Cuarteto Quiroga

Beethoven: Streichquartett a-Moll op. 132
Beethoven: Streichquartett F-Dur op. 135

(Aufnahme vom 19. Juli 2020 aus der Alhambra in Granada)

Für Beethovens Zeitgenossen müssen sie ähnlich unkonventionell geklungen haben, wie für heutige Ohren die sogenannte "Neue Musik": Die fünf letzten Streichquartette, die um 1825 uraufgeführt wurden. Ein Pariser Kritiker bezeichnete sie gar als "die letzte Leistung einer Einbildungskraft im Delirium".

Nicht im Delirium, sondern in Zeiten schwerer Krankheit, schuf Beethoven sein a-Moll-Quartett. Im Mittelpunkt steht hier der dritte, langsame, choralartige Andante-Satz - ein zwanzigminütiger Aufatmer, den er als "Heiligen Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart" bezeichnet hat. Höhepunkt seines F-Dur-Quartetts ist wiederum der Finalsatz, der den Titel "Der schwer gefaßte Entschluß" trägt - darin ein klingendes Frage- und Antwort-Spiel aus: "Muss es sein?" und "Es muss sein, es muss sein!". Doch was zunächst nach fatalistischer Todesahnung klingen mag, könnte sich am Ende, ganz profan, als Begleichung eine Rechnung herausstellen, die Beethoven für einen Freund einforderte.

Anschließend:
Bach: Musikalisches Opfer BWV 1079 (Bach Collegium Japan / Masaaki Suzuki)
C.Ph.E. Bach: Sinfonia für Streicher und Basso continuo G-Dur H. 667 (Berliner Barock Solisten / Reinhard Goebel)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 14.12.2020, 20:04 Uhr.

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