"auf die Zunge beißend" ist nur eine der vielen merkwürdigen Anweisungen, die der Chor umsetzen muss. Eine weitere in der 1968 entstandenen Chorkomposition lautet "mit zugehaltener Nase".

Gerd Zacher (1929-2014):
"700.000 Tage später" (1968). Eine Lukas-Passion für Chor a cappella

Evangelische Studentenkantorei Frankfurt am Main
Dirigent: Hans Michael Beuerle

(Aufnahme: 29. März 1971, hr-Sendesaal, Frankfurt am Main)

Gerd Zacher, der Komponist dieser Passionsmusik nach dem Lukas-Evangelium und erweitert mit jeweils aktuellen Zeitungstexten und Klangbanalitäten - bei dieser Aufnahme sind es welche aus dem Jahr 1971 -, ist vor allem als Organist für avancierte Orgelstücke bekannt geworden. In seiner Komposition "700.000 Tage später" folgt er der Idee, dass die Musik den Menschen irgendwie in die Hände gefallen sei und "sie erduldet, dass man sie aufschreibt, vorsingt, anhört; denn nur dadurch gibt es sie bei uns. Sie wird selbst zum Gleichnis für das befreiende Leiden Christi. Zum Gleichnis gehört aber in der Bibel immer der Satz: 'Wer Ohren hat zu hören, der höre.'"

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 10.02.2022, 20:04 Uhr.