Musik, die über ihre eigene Existenz "nachdenkt". Musik, die sich selbstbedingt beeinflusst. Musik, die ganz für sich steht. Das Abschlusskonzert der Donaueschinger Musiktage 2018 greift diese Denkmotive auf.

"Dead Wind" - Drei Uraufführungen bei den Donaueschinger Musiktagen 2018 von Benedict Mason, Hermann Meier und Jānis Petraškevičs

Lars Jönsson und Klaus Steffes-Holländer, Klavier
SWR Symphonieorchester
Leitung: Peter Rundel

Jānis Petraškevičs: Dead Wind
Hermann Meier: Stück für großes Orchester und Klavier HMV 62
Benedict Mason: "Ricochet" für Orchester

(Aufnahme vom 21. Oktober 2018 aus der Baarsporthalle)

Was lange währt, wird endlich gut. 1965 komponierte der Schweizer Hermann Meier (1906-2002) das "Stück für großes Orchester und Klavier vierhändig". Wie so oft zuvor, wurde auch die Aufführung dieses Werkes von den Institutionen und Klangkörpern abgelehnt. Dabei erfand Meier eine Tonsprache, die ganz und gar in die offene wie konstruierte Experimentalwelt der Musikavantgarde passte und sie in ihrer Zeit wohl nachhaltig bereichert hätte. In Donaueschingen 2018 wie auch anderswo in den letzten zwei Jahren kam es so quasi zur Erstentdeckung von Hermann Meiers Klangdenken.

Im Kreativprozess von Jānis Petraškevičs (*1978) geht es um Suche und Widerspruch. In dem Orchesterstück "Dead Wind" muss die Musik gegen ihren eigenen Gegenwind ankämpfen. "Die Musik", bemerkt der lettische Komponist zu seinem Werk, "entfaltet sich in einer langsamen Zeit, die aber von Spannung erfüllt ist und hinkend-stotternd dahinrollt". Hingegen lässt der britische Komponist Benedict Mason (*1954) in seinem Orchesterwerk "Ricochet" die Sounds voneinander abprallen, spielt mit gegenseitigen und gegensätzlichen "Querschlägern" im Klangraum.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 17. Oktober 2019, 20:04 Uhr

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