"Frau Macht Musik" - so war das "Kronberg Academy Festival" im vergangenen Oktober übertitelt. Und so standen in allen 14 Konzerten Werke von Komponistinnen im Fokus. So auch beim Abschlusskonzert des Festivals.

Ilya Gringolts, Violine
Vashti Hunter, Violoncello
Kirill Gerstein, Klavier

Elisabeth Jacquet de La Guerre (1665-1729): Sonate für Violine und B.c.
Ilya Gringolts, Violine
Vashti Hunter, Violoncello
Kirill Gerstein, Cembalo

Ruth Crawford Seeger (1901-1953): Sonate für Violine und Klavier
Ilya Gringolts, Violine
Kirill Gerstein, Klavier

Ludwig van Beethoven: Cellosonate D-Dur op. 102 Nr. 2
Vashti Hunter, Violoncello
Kirill Gerstein, Klavier

Chiquinha Gonzaga (1847-1935): "Atraente" (Polca)

Vítězslava Kaprálová (1915-1940): "April Preludes" op. 13
Kirill Gerstein, Klavier

Beethoven: Klaviertrio Es-Dur op. 70 Nr. 2
Ilya Gringolts, Violine
Vashti Hunter, Violoncello
Kirill Gerstein, Klavier

(Aufnahme vom 3. Oktober 2021 aus der Stadthalle Kronberg)

Hand aufs Herz: Wieviele Komponistinnen fallen Ihnen auf Anhieb ein? Fanny Hensel, Clara Schumann und… und…? Ob in Familie Bach, Mozart oder Mendelssohn - begabte Söhne wurden als "Genies" gefördert, für die Töchter aber durfte Musik nur selten Lebensunterhalt sein. Trotzdem haben Frauen stets gegen alle Widerstände ankomponiert. So auch Elisabeth Jacquet de La Guerre, die schon als Fünfjährige vor dem "Sonnenkönig" Ludwig XIV. auftrat und von ihm auch gefördert wurde. Oder die Amerikanerin Ruth Crawford Seeger, die in den 1920er Jahren eine neue moderne Klangsprache entwickelte. Oder die Brasilianerin Chiquinha Gonzaga, die im 19. Jahrhundert lebte und sich stark von der Folklore ihrer Heimat beeinflussen ließ. Oder auch die tschechische Komponistin und Dirigentin Vítězslava Kaprálová, die unter anderem bei Bohuslav Martinů in die Lehre ging und von dem Dirigenten Rafael Kubelík gefördert wurde.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 06.02.2022, 20:04 Uhr.