Musik - das ist bewegte Luft. Experimentell mit Instrumenten und Stimmen in Schwingungen versetzte Luft. Im Eröffnungskonzert der Donaueschinger Musiktage 2018 waren dafür das SWR Symphonieorchester und das SWR Vokalensemble verantwortlich.

Michele Marelli, Bassetthorn
SWR Symphonieorchester
Leitung: Pascal Rophé
SWR Vocalensemble
Leitung: Florian Helgath

Ivan Fedele: "Air on air" für Bassetthorn und Orchester
Malin Bång: "splinters of ebullient rebellion" für Orchester
Isabel Mundry: "Mouhanad" für Chor

(Aufnahme vom 19. Oktober 2018 aus den Donauhallen)

"Air on Air" betitelte der italienische Komponist Ivan Fedele (*1953) sein Konzert für Bassetthorn und Orchester. Schon Wolfgang Amadeus Mozart liebte diese tiefere, optisch gekrümmte Tenor-Klarinette wegen ihres besonders dunkel-zarten Klangs. Durchsetzen konnte sich das Bassetthorn allerdings nicht. Erst die Neue Musik - Karlheinz Stockhausen verwendete sie gerne in seinen Stücken - sorgte für eine Renaissance des Instruments, für das Fedele nun ein neues Kapitel aufgeschlagen hat. Auch die einst alle Büros weltweit beherrschende Schreibmaschine ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten. Und als Musikinstrument war sie immer schon ein seltenes Instrument. Prominent klapperten ihre Tasten vor etlichen Jahrzehnten schon u.a. in der Musik von Erik Satie und Leroy Anderson, doch nun hat die schwedische Komponistin Malin Bång (*1974) diese markanten Sounds in ihrem Orchesterstück "splinters of ebullient rebellion" in einer imposanten Gesamtklangmixtur revitalisiert. Die Klänge aus der Nachbarschaft, Gespräche von gegenüber und mit dem Gegenüber - der Interviewpartner war ein syrischer Migrant - haben die in München vis á vis von einem Flüchtlingsheim lebende Komponistin Isabel Mundry (*1963) zu dem Chorstück "Mouhanad" inspiriert - ein Werk über "das sich neu gestaltende Geflecht von Soziologien und Kulturen".

Sendung: hr2-kultur, Konzertsaal, 27.06.2019, 20:04 Uhr

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