Was haben die tschechische Volksmusik, die frühenglische Madrigalkunst und der Stil Claude Debussys gemeinsam? Diese drei Elemente finden sich, so jedenfalls behauptete es der Komponist Bohuslav Martinů selbst, in seinen eigenen Werken wieder. Noch eine deutliche Prise Strawinsky und Dvořák ist darin enthalten, könnte man ergänzen, und vor allem ganz viel eigenes Genie.

Hilary Hahn, Violine
Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Dvořák: Die Mittagshexe
Bruch: 1. Violinkonzert g-Moll op. 26
Martinů: 4. Sinfonie

(Aufnahmen vom 8. und 9. Dezember 2016 aus dem Großen Saal)

Denn Martinů war ein brillanter Geist - seine uneingeschränkt positive vierte Sinfonie aus dem Jahr 1945 macht es deutlich. Martinů galt zudem als Wunderkind an der Geige, mit sechs Jahren bekam er den ersten Unterricht. In diesem Alter hatte Hilary Hahn bereits ihren ersten öffentlichen Auftritt, mit zehn Jahren gab sie ihr erstes abendfüllendes Solokonzert, mit zwölf ihr Debüt mit dem Baltimore Symphony Orchestra - Hahns Karriere ist eine in allen Belangen singuläre! Längst ist die Amerikanerin mit den Pfälzer Wurzeln eine der führenden Geigerinnen unserer Zeit und zudem eine regelmäßige Partnerin des hr-Sinfonieorchesters. Schlank ist ihr Ton, überlegen ihre Gestaltungskraft, genau das Richtige für ein so populäres Werk wie Bruchs g-Moll-Violinkonzert.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 18.01.2022, 20:04 Uhr.