Juraj Valčuha und Truls Mørk zu Gast beim hr-Sinfonieorchester mit imposanten römischen Klangbildern und beseelter deutscher Romantik vom Rhein. Es sind klingende Ansichtskarten aus Rom, losgeschickt vor gut einhundert Jahren, aber ihre Farben sind noch kein bisschen verblasst.

Truls Mørk, Violoncello
Juraj Valčuha, Dirigent

Puccini: Preludio sinfonico A-Dur op. 1
Schumann: Cellokonzert a-Moll op. 129
Respighi: Fontane di Roma
Respighi: Pini di Roma

(Aufnahme vom 11. März aus dem Großen Saal)

Der italienische Komponist und - was ihn seinerzeit zu einer Ausnahmeerscheinung machte in seinem Land - Sinfoniker Ottorino Respighi hat Orchesterzyklen geschrieben, die stimmungsvolle Tongemälde markanter Rom-Ansichten versammeln. So porträtierte er vier Orte in der Ewigen Stadt, an denen Pinien wachsen, und ebenso vier Brunnen: den Brunnen im Valle Giulia bei Sonnenaufgang, den Tritonenbrunnen am Vormittag, den Trevibrunnen in der Mittagssonne sowie den Brunnen der Villa Medici in der Abenddämmerung. Das ist Programmmusik der puren Art, detailgenau bis hin zum Nachtigallengesang - für den Respighi übrigens selbst eine ornithologische Schallplattenaufnahme empfahl, die dann im Konzert abgespielt werden sollte.

Den klingenden Ansichtskarten-Bildern steht mit Schumanns Cellokonzert eines der letzten klingenden Zeugnisse jenes Hochgefühls gegenüber, das der deutsche Romantiker nach seiner Berufung zum Düsseldorfer Musikdirektor am Rhein empfand und die ihn auch in seiner zeitgleich entstandenen "Rheinischen" dritten Sinfonie beflügelte.

Anschließend:
Beethoven: Klaviersonate cis-Moll op. 27 Nr. 2 "Mondscheinsonate" (Radu Lupu)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 22.03.2022, 20:04 Uhr.