Die Oper "Der goldene Hahn", so wie sie 1914 in Paris von Sergej Djagilews "Ballets Russes" aufgeführt wurde, war Experiment, Provokation, Meilenstein - und ein enormer Erfolg. Gesungen wurde vom Seitenrand, auf der Bühne agierten Schauspieler und Tänzer, um Identifikation mit den Helden konnte es nicht mehr gehen. Auch wenn der Komponist Rimskij-Korsakow von dieser radikalen Umsetzung noch nichts wissen konnte: Seine prächtig-virtuose, exotisch-farbige Partitur lässt alle Fantasien zu. Für Nikolaj Rimskij-Korsakow waren Opern ja bewusst "bezaubernde und berauschende Lügen".

Gautier Capuçon, Violoncello
Leitung: Alain Altinoglu

Pascal Dusapin: Uncut - 7. Solo für Orchester
Saint-Saëns: 1. Cellokonzert a-Moll op. 33
Rimskij-Korsakow: Suite "Der goldene Hahn"
Ravel: 2. Suite aus "Daphnis et Chloé"

(Aufnahmen vom 13. und 14. Februar aus dem Großen Saal)

Um Zauber und Rausch abseits aller Realität geht es auch in "Daphnis et Chloé". Im Zentrum der zweiten Ballett-Suite steht eine Pantomime: Daphnis schlüpft in die Rolle des Pan, Chloé in die der Nymphe Syrinx, die sich auf der Flucht vor ihm in ein Schilfrohr verwandelt. Pan schnitzt sich daraufhin aus einigen dieser Rohre eine Flöte und vermag mit deren Tönen die Nymphe wieder zu sich zu rufen. So einnehmend wie Pan konnte auch Camille Saint-Saëns mit Tönen umgehen, sein 1. Cellokonzert strotzt nur so vor virtuosem Esprit. Und sinnlich bis aufwühlend wird es auch mit Pascal Dusapin an diesem französischen Abend: Sein Orchester-Solo "Uncut" war 2011 vom hr-Sinfonieorchester bereits zur Deutschen Erstaufführung gebracht worden.

Anschließend:
Schubert: Klaviersonate G-Dur D 894 (András Schiff)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 25.02.2020, 20:04 Uhr.

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