Ungewöhnliches verlangt die polnische Komponistin Agata Zubel von der Solo-Pianistin ihres Kammer-Klavierkonzertes: Sie muss eine Partie gleichzeitig an zwei Flügeln spielen.

2 Hände = 2 Klaviere - 10 Menschen = ein Ensemble (plus Dirigent)
Drei Uraufführungen bei den Donaueschinger Musiktagen 2018 von Klaus Lang, Rolf Wallin und Agata Zubel

Kenneth Karlsson, Klavier
Ingfrid Breie Nyhus, Klavier
Cikada Ensemble Oslo
Leitung: Christian Eggen

Klaus Lang: parthenon für Ensemble
Rolf Wallin: Seven Disobediences für Klavier und Ensemble
Agata Zubel: Chamber Piano Concerto - Konzert für Klavier(e) und Ensemble

(Aufnahme vom 20. Oktober 2018 aus den Donauhallen)

Agata Zubel (*1978) überrascht ihr Publikum gerne, übrigens auch als Sängerin mit einem phänomenalen Stimmumfang. Zu ihrem "Chamber Piano Concerto" sagt sie: "Mein Klavierkonzert muss keine Grenzen überschreiten und ist nicht größenempfindlich." Und doch hat das 1989 gegründete Cikada Ensemble einiges zu tun und zu bewältigen. Auch das Klavierkonzert "Seven Disobediences" des norwegischen Komponisten Rolf Wallin (*1957) - nun mit dem Pianisten-Kollegen der 1989 gegründeten Osloer Formation - ist alles andere als ein braves Stück. "SEEK, PUSH, SINK, SPIN, STAB, LEAN und QUIT" heißen die sieben attacca-Sätze, die das Auflehnende und das Abstoßende des Ensembles gegen den Solisten schon namentlich benennen. "parthenon" betitelt der Grazer Komponist Klaus Lang (*1971) sein Ensemblestück, für dessen Uraufführung in Donaueschingen er den verbalen Werkkommentar verweigert hat. Stattdessen durften die Festivalbesucher eine Abbildung vom Tempel für die Stadtgöttin Pallas Thena Parthenos auf der Akropolis in Athen betrachten und den meditativen Reflexionen lauschen. Ein bestechendes Klang-Bild.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 26.09.2019, 20:04 Uhr

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